„Euse See“ auf dem Weg zur Besserung
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Positive Bilanz nach 20 Jahren Hallwilersee-Belüftung
Dem Hallwilersee geht es nach 20 Jahren Seebelüftung wieder besser. Mit einer Informationskampagne unter dem Motto „Euse See“ informiert das Departement Bau, Verkehr und Umwelt über den Stand der Seesanierung.
Seit 20 Jahren wird der Hallwilersee künstlich belüftet. Nötig geworden ist diese Massnahme, weil die Phosphorbelastung des Sees seit den 50er Jahren zu hoch ist. Das Aushängeschild des Seetals drohte durch die Zufuhr ungereinigter Abwässer aus umliegenden Gemeinden und der Überdüngung durch die Landwirtschaft in der Tiefe zu ersticken. Felchen und anderen Fischarten sowie vielen Klein- und Kleinstlebewesen wurde dadurch die Lebensgrundlage entzogen.
Jetzt, nach 20 Jahren Seebelüftung, hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) anlässlich einer Behörden- und Medienorientierung Bilanz gezogen. Gleichzeitig machten die Verantwortlichen auf eine Reihe von Veranstaltungen sowie neue Informationsmittel aufmerksam, welche unter dem Motto "Euse See" die Bevölkerung für die Belange des Hallwilersees sensibilisieren sollen.
Erfolg dank gemeinsamen Anstrengungen
Am offensichtlichsten für die fortschreitende Gesundung des Sees ist der stetige Rückgang des Phosphorgehalts. 1975 betrug dieser noch 250 Milligramm pro Kubikmeter Wasser, heute sind es weniger als 40. Als Zielwert für ein intaktes Ökosystem gelten 20 30 Milligramm. Zu dieser positiven Entwicklung beigetragen hat nicht allein die Belüftungsanlage. Ebenso wichtig waren die Inbetriebnahme der Abwasserreinigungsanlage Hallwilersee Mitte der sechziger Jahre sowie die kontinuierliche Reduktion der Belastung durch Düngemittel aus der Landwirtschaft. So werden seit 2001 die Landwirte rund um den See im Rahmen eines Phosphorprojektes finanziell unterstützt.
Nach wie vor Sorge bereiten den Verantwortlichen die Fischbestände. Die Felchen im Hallwilersee können sich noch nicht natürlich fortpflanzen. Ihre Eier ersticken im Schlamm und die künstliche Aufzucht gelingt wegen der hohen Algenproduktion im Frühjahr oft nicht.
Die Zukunft
Regierungsrat Peter C. Beyeler betonte anlässlich der Medieninformation denn auch, dass die Aussichten für eine vollständige Gesundung des Hallwilersee gut seien, dass es aber nach wie vor die vereinten Kräfte aller am Projekt Beteiligten brauche, damit das Ökosystem des Sees wieder ohne fremde Hilfe funktioniere. "Die Herausforderung wird sein, dass der See nicht nur gesund wird, sondern auch gesund bleibt." Eine Aufgabe, der sich auch die Generationen nach uns immer wieder werden stellen müssen.
Die Veranstaltungen rund um das Thema Hallwilersee beginnen am 9. Juni mit dem Tag der Artenvielfalt im Schloss Hallwil. Am 2. September findet ein "Erlebnistag Hallwilersee" statt, der Alt und Jung zum spielerischen Entdecken von Fauna und Flora im See und um das Seebecken einlädt. Ab sofort ist zudem ein Kurzfilm auf DVD erhältlich, welcher die Bedeutung des Sees und die Geschichte seiner Sanierung eindrücklich darstellt. Informationen über Veranstaltungen und Bezug der DVD finden sich unter www.ag.ch./umwelt