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Erziehungsrat sieht das Bildungskleeblatt als Reform mit Langzeitwirkung :
Wirkungsziele sollen regelmässig überprüft werden

Der Erziehungsrat sieht das Bildungskleeblatt als richtige Antwort auf den Wandel in Gesellschaft und Staat. Ob die hohen Ziele tatsächlich erreicht werden können, soll periodisch und mit Blick auf die Nachbarkantone geprüft werden. Offene Fragen ortet der Erziehungsrat bei der angestrebten Integration, bei der Hochbegabtenförderung mittels Hochbegabten-Gymnasium und beim verbleibenden Handlungsspielraum der Gemeinden vor Ort.

Für den Erziehungsrat entsprechen die im Bildungskleeblatt zusammengefassten Reformen einer Konsequenz aus den demografischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, wie sie heute wahrnehmbar und absehbar sind. Der vom Stimmvolk deutlich gutgeheissene Bildungsartikel weist den Weg. Zudem muss die Schule besser auf die zunehmende Heterogenität und die neuen Familienstrukturen reagieren. Die Situation an den Realschulen ruft nach griffigen Massnahmen. Wenig diskutiert, aber ebenfalls wichtig ist der Umstand, dass die Lehrmittel in den Deutschschweizer Kantonen immer mehr auf die Grundstruktur von sechs Primar- und drei Sekundarschuljahren ausgerichtet werden.

Ziele sollen periodisch überprüft werden

Die vier Wirkungsziele, die dem Planungsbericht vorangestellt sind, befürwortet der Erziehungsrat. Er ist gleichzeitig entschieden der Meinung, dass die Zielerreichung periodisch und systematisch auch mit Blick auf die Nachbarkantone überprüft werden muss; dies als verbindliches Element des Reformprozesses. Die tief greifenden Vorhaben erfordern viel Sorgfalt und genügend Zeit, damit Lehrpersonen, Schulleitungen, Behörden und nicht zuletzt die Kinder, zusammen mit ihren Eltern, Schritt zu halten vermögen. Zudem ist eine massvolle Abstimmung mit den Nachbarkantonen erforderlich, um die angestrebte Harmonisierung besonders in der Nordwestschweiz nicht zu gefährden.

Angemessene Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen

Der Inhalt der vier einzelnen Reformwerke findet grundsätzliche Zustimmung im Erziehungsrat, wenn auch zum Teil mit differenzierter Haltung. So erwartet der Rat hinsichtlich der Integrationsvorhaben beispielsweise eine genauere Definition der Leistungen, welche von der Schule zu erbringen sind. Um die Lehrpersonen nicht zu überfordern, müssen bestimmte Rahmenbedingungen geschaffen werden, wie angemessene Aus- und Weiterbildung, genügend Ressourcen und sinnvolle Abgrenzung zur Sonderschulung. Möglichst viele Schülerinnen und Schüler in den Regelklassen zu integrieren ist richtig, die Massnahmen sollen aber sorgsam angegangen und laufend auf ihre Wirksamkeit hin geprüft werden.

Hochbegabtengymnasium wird mehrheitlich unterstützt

Schülerinnen und Schüler mit ausserordentlichen Begabungen können in den Regelklassen zu wenig gefördert werden, besonders wenn im Sinne des dualen Auftrages die heutige Bezirksschule der Vorbereitung auf die Berufslehre und das Gymnasium zu dienen hat. Aus diesem Grund unterstützt der Erziehungsrat mehrheitlich die Schaffung eines Hochbegabtengymnasiums.

Genügend Spielraum für die Schule vor Ort

Schule findet vor Ort statt. Die kantonalen Vorgaben sollen deshalb den Gemeinden genügend Spielraum lassen, dies beispielsweise bei Aufbau und Betrieb von Tagesstrukturen oder bei der Pensenzuteilung nach Sozialindex. Die Frage der Kosten beleuchtete der Erziehungsrat nur indirekt und in pädagogischem Zusammenhang. Dennoch: Der Erziehungsrat wird darauf achten, dass die knappen Mittel zielgerichtet verwendet werden.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport