Erste kantonale Fachtagung zur Offenen Jugendarbeit
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Studie zur ausserschulischen Jugendarbeit im Kanton Aargau liegt vor
Die Studie liefert Daten und Informationen über die Angebote der ausserschulischen Jugendarbeit sowie über die Formen der politischen Verankerung der kommunalen Kinder- und Jugendförderung im Kanton Aargau. Insgesamt liegen von 88 Prozent aller Aargauer Gemeinden Informationen vor. Als erste Massnahme wurde eine Fachtagung für Gemeindevertretende entwickelt, die im Oktober 2011 stattfinden wird.
Ergebnisse und Empfehlungen
- Ein Grossteil der befragten Gemeindevertreterinnen und -vertreter sieht Handlungsbedarf bei den Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen bei politischen Entscheidungsprozessen in der Wohngemeinde. Die Studie zeigt auf, dass Gemeinden profitieren, wenn sie Kinder und Jugendliche bei Fragestellungen, die sie betreffen, einbeziehen (z.B. Spielplatzgestaltung, Jugendarbeit, Quartierentwicklung). Nicht nur ihre Angebote für Kinder und Jugendliche werden dadurch verbessert, sonder auch die Demokratieorientierung der jungen Generation wird gestärkt. Denn Kinder und Jugendliche erleben selbst, dass ihre Meinung zählt und sie ihre Lebenswelt mitgestalten können.
- Die Studie kommt zum Schluss, dass das Angebot an Offener Jugendarbeit weiter auszubauen und zu professionalisieren ist. Zwar besteht heute in rund der Hälfte der Aargauer Gemeinden ein Angebot an Offener Jugendarbeit, der Professionalisierungsgrad ist jedoch sehr unterschiedlich. Ein Grossteil der Einrichtungen arbeitet mit geringen finanziellen Mitteln und wenig Stellenprozenten für professionelle Fachkräfte. Laut Einschätzungen der befragten Fachpersonen (Jugendarbeit) kann der momentane und zukünftige Bedarf an Offener Jugendarbeit mit den bestehenden Angeboten nicht abgedeckt werden.
Kantonale Massnahmen
Bereits seit 2010 können Gemeinden im Auf- und Ausbau ihrer ausserschulischen Jugendarbeit fachlich wie finanziell vom Kanton unterstützt werden. Die Rückmeldungen und Reaktionen der Gemeinden sind diesbezüglich positiv. Die nun vorliegenden Studienergebnisse werden einerseits in der Ausrichtung der kantonalen Kinder- und Jugendförderung einfliessen, andererseits geben sie den Anbietern von Offener Jugendarbeit wichtige Hinweise für die Ausgestaltung und Weiterentwicklung ihrer Angebote. Als erste Massnahme wird die Fachstelle Jugend des BKS mit den Jugendfachstellen der kantonalen Landeskirchen und der FHNW im Oktober 2011 eine Weiterbildungsveranstaltung für kommunale Entscheidungsgremien in der Offenen Jugendarbeit anbieten. Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter Kinder- und Jugendförderung.
Kantonale Fachtagung für Gemeindevertreterinnen und -vertreter
Erstmalig und als Pilot findet am 28./29. Oktober 2011 eine praxisorientierte Fachtagung zum Thema "Entscheiden und Steuern in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit" statt. Sie richtet sich an Entscheidungsgremien, die ehrenamtlich, freiwillig oder aufgrund ihres Mandats (z.B. Gemeinderat, Jugendkommission) für die Offene Kinder- und Jugendarbeit auf Gemeindeebene zuständig sind. Die Weiterbildung behandelt das Themen Jugend und Offene Jugendarbeit im gesellschaftlichen Kontext sowie Fragestellungen zur strategischen Führung/Gremiumstätigkeit in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Anmeldeschluss ist der 28. September 2011. Die Ausschreibung ist zu finden unter Kinder- und Jugendförderung.