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Erste Ergebnisse der Grabung auf der Spillmannwiese in Windisch :
Grössere Flächen des ehemaligen Legionslagers Vindonissa freigelegt

Am Ortsrand von Windisch, zwischen Scheuergasse und Wallweg, ist seit Ende Februar eine Grossbaustelle zu sehen. Dank des günstigen Wetters hat eine Equipe von bis zu zwölf Archäologinnen und Archäologen bereits grössere Flächen des ehemaligen Legionslagers Vindonissa freigelegt und dokumentiert. Dr. Jürgen Trumm, der archäologische Grabungsleiter, präsentierte anlässlich einer Medienorientierung erste Zwischenergebnisse.

Auf der "Spillmannwiese" befand sich seit Jahrhunderten eine nicht überbaute Parzelle, die zuletzt als Obstwiese genutzt wurde. Das Areal gehörte seit dem Mittelalter zum "Schürhof" - damals die einzige Siedlung zwischen den Dörfern Windisch und Oberburg. Für diese Parzelle liegt ein Überbauungsprojekt vor. Ab Frühjahr 2004 werden vier Appartementblocks mit Tiefgaragen erstellt. Die Kantonsarchäologie Aargau wird daher eine mehrjährige Ausgrabung durchführen, um die Zeugnisse der Antike vor ihrer endgültigen Zerstörung zu dokumentieren und so für die Nachwelt zu erhalten.

Das von der Überbauung betroffene Areal umfasst mehr als 3600 m2. Der grösste Teil ist archäologisch noch nicht erforscht. Nur im Bereich des Südtores wurden bereits im Winter 1921/1922 grössere Flächen freigelegt: Neben dem Tor des Legionslagers stiessen damals die Forscher-Pioniere der Gesellschaft Pro Vindonissa auf die südliche Lagermauer und die Nord-Süd verlaufende Hauptstrasse. Unmittelbar östlich der jetzt zu untersuchenden Flächen wurden 1967/1968, der Palast des Legionslegaten, das sogenannte Praetorium, teilweise ausgegraben. Von den Ausgrabungen werden neue, wichtige Erkenntnisse zum Bebauungsplan und zur Geschichte von Vindonissa im südlichen Bereich des Legionslagers erwartet: Spuren der ältesten römischen Holzbauten der 13. Legion, Steingebäude der 21. und 11. Legion, Siedlungsspuren aus der Zeit nach Abzug der Legion (nach 101 n. Chr.) und aus der Spätantike.

Bereits erste Ergebnisse

Die Nord-Süd verlaufende Lagerstrasse wurde exakt an jener Stelle gefunden, an der sie laut älteren Grabungsplänen zu vermuten war. Auf dem mächtigen, vier Meter breiten Kieskoffer sind noch heute die Spuren der römischen Kärren und Wagen erkennbar. Gut erhalten sind auch zwei steingesetzte Kanäle - vermutlich Abwasserkanäle, welche die Strasse auf beiden Seiten begleiteten. Beidseits der Strasse standen in regelmässigen Abständen steinerne Säulenbasen: Sie gehörten zu einem Laubengang (porticus), der die Fussgänger einstmals vor Regen schützte. Die weiteren Ausgrabungsbefunde sind wegen ihrer Informationsfülle noch nicht eindeutig zu bewerten: Westlich der Lagerstrasse wurde eine Steinbebauung angetroffen, die möglicherweise auf ehemalige Kasernen verweist. Umso überraschender ist, das in diesem Bereich die Überreste einer Säuglingsbestattung entdeckt wurden: Deutet die Bestattung eines Neugeborenen im Bereich einer Kaserne auf die Anwesenheit von Soldatenfamilien mitten im Lager?Die Ausgrabungen werden bis November 2003 andauern und dann in weiteren Etappen bis voraussichtlich 2006 fortgesetzt.

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