Eröffnung der neuen Studiengänge Pädagogik
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Feier mit Regierungsrat Rainer Huber
Mit einer Feier im Kultur & Kongresshaus Aarau wurden am Montag die neuen Studiengänge Primarstufe und Sekundarstufe I an der Fachhochschule Aargau Nordwestschweiz eröffnet. Insgesamt nehmen 167 Studierende das Studium auf, das nach neuem Konzept modularisiert ist und mit einem gesamtschweizerischen Diplom abschliesst.
In seiner Begrüssungsrede gab Prof. Peter Amacher, Präsident der FH Aargau Nordwestschweiz, der Überzeugung Ausdruck, dass die Lehrerinnen- und Lehrerbildung eine höhere akademische Berufsbildung sein müsse, aber nicht isoliert in der Hochschullandschaft stattfinden dürfe. Deshalb die Integration in die Fachhochschule: Die Lehrerbildung solle nahe bei den anderen Disziplinen - Wirtschaft, Technik, Gestaltung & Kunst, Soziale Arbeit - geschehen, so dass ein gegenseitiger Austausch stattfinden könne und stattfinden solle.
Regierungsrat und Fachhochschulratspräsident Rainer Huber betonte in seinem Grusswort, dass die Nähe eines Kompetenzzentrums für Fragen der Bildung und Erziehung für die aktive Lehrerschaft, für die Bildungsverwaltung und für die Öffentlichkeit eine grosse Bedeutung habe. Der Kanton als wichtigster Abnehmer der Absolventinnen und Absolventen habe ein reges Interesse, in engem Kontakt mit der Ausbildungsinstitution zu stehen. Er dankte den Verantwortlichen der Fachhochschule für ihren grossen Einsatz bei der Neugestaltung der Ausbildungsgänge für Stufenlehrpersonen der Primar- und der Sekundarstufe.
Höhepunkt des Anlasses war der Festvortrag von Prof. Gertrud Nunner-Winkler vom Max Planck Institut für Psychologische Forschung, München. Die renommierte Expertin im Bereich der Entwicklungspsychologie und Moralentwicklung sprach zum Thema "Identität und Wertbindung". Ihre zentrale These lautet, dass mit der Modernisierung das Selbstverständnis insbesondere der Jugendlichen immer weniger an bestimmte Rollenerwartungen geknüpft werden kann. Es sind vielmehr Orientierungen an verallgemeinerbaren Werten, an denen sich der Aufbau der Identität stabilisieren lässt. Diesen kommt deshalb in der Erziehung eine neu zu akzentuierende Bedeutung zu.
Im Anschluss an die Festrede eröffnete der Direktor der FHA Pädagogik, Prof. Dr. Rudolf Künzli, die Studiengänge. Er wies dabei darauf hin, dass die neuen Studiengänge in einer Tradition der aargauischen Lehrerbildung stehen und dass mit der Eröffnung die Entwicklungsarbeit nicht bereits abgeschlossen sei. Diese werde vielmehr mit der Realisierung weitergeführt. Der Direktor bedankte sich bei allen, die mit ihrer Arbeit und ihrer kritischen Aufmerksamkeit diesen Start in der Fachhochschule ermöglicht haben. Er wünschte sich für die weitere Arbeit Klarheit und Verlässlichkeit in den politischen Rahmenbedingungen und von den Mitarbeitenden und Studierenden einen offenen Blick für die Chancen, welche die aargauische Lehrerbildung in der Hochschullandschaft Schweiz nun erhalten hat. FHA-Singphoniker und FHA-Bigband setzten dem Anlass einen schwungvollen Schlusspunkt.