Einladung zur öffentlichen Vernissage der Sonderausstellung "Röstigräben – Was die Schweiz zusammenhält"
Seit Jahrtausenden prallen im Schweizer Mittelland unterschiedliche Kulturströmungen aufeinander. Wie sich dies archäologisch niederschlägt, zeigt die neue Sonderausstellung "Röstigräben – Was die Schweiz zusammenhält" im Vindonissa Museum Brugg.
Wer vom Röstigraben spricht, sieht die eingefärbten Schweizerkarten mit den Abstimmungsresultaten vor sich. Romands und Deutschschweizerinnen denken, essen und politisieren offenbar unterschiedlich. Und dennoch fällt die Schweiz nicht auseinander. Ist die Grundlage dafür die Jahrtausende alte Erfahrung, auf engstem Raum mit verschiedenen Kulturen zusammen zu leben?
Begegnungsraum Schweiz
In der Ausstellung bezeugen archäologische Funde kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Ostens und Westens der Schweiz. Diese spiegeln sich in der Art wieder, wie man Häuser baute, Keramik verzierte, sich kleidete und schmückte. Grund dafür sind verschiedene kulturelle Einflüsse aus Ost- und Westeuropa, die die Schweiz von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter prägten.
Der Röstigraben – ein immaterielles Kulturerbe
Die Vernissage findet am Donnerstag, 30. Oktober 2014 um 19.00 Uhr im Vindonissa-Museum in Brugg statt. Durch den Abend führen der Museumsleiter René Hänggi und der Kantonsarchäologe Georg Matter. Der Politikwissenschaftler Claude Longchamp und Laurent Flutsch, Leiter Musée Romain Lausanne-Vidy sprechen über Röstigräben. Nach dieser Einführung ins Thema wird knusprige Rösti serviert.
Zudem initiiert das Vindonissa-Museum Brugg an diesem Abend eine Unterschriftensammlung zuhanden des Bundesamts für Kultur, um den Röstigraben auf die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz zu setzen. Denn der Röstigraben steht als jüngste Sprach- und Kulturgrenze stellvertretend für die vielen historischen und prähistorischen Kulturgrenzen. Er ist gelebter Ausdruck der kulturellen Vielfalt und ein Zeichen des Willens zur "Einheit in der Vielfalt". Damit repräsentiert er zwei wesentliche Aspekte unserer Identität und ist in diesem Sinne als schützenswertes immaterielles Kulturerbe der Schweiz zu betrachten.
Für einen ersten Einblick laden wir Interessierte und Medienschaffende herzlich zur öffentlichen Vernissage am 30. Oktober 2014 ein.