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Ein neuer Weg für Familien aus der Sozialhilfe :
Eigene Ressourcen finden, stärken und mobilisieren lernen

Das Sozialhilfegesetz hat das Ziel, die wirtschaftliche und persönliche Selbständigkeit von Personen zu fördern resp. wiederherzustellen. Diese beiden Stossrichtungen verfolgt das neu lancierte zweigliedrige Pilotprojekt (Mehrfamilientherapie und aufsuchende Familientherapie) des kantonalen Sozialdienstes.

Die Beziehungs- und Familienformen sind im Wandel. Scheidungen, Stellenverlust, Erziehungsprobleme, Krankheit und andere Problemlagen können Familien in Situationen führen, aus denen sie sich kaum mehr selbst heraus helfen können. Die vielfältigen Probleme können oftmals ohne Hilfe von aussen nicht mehr gelöst werden. Die betroffenen Familien und Einzelpersonen sollen in ihren eigenen Ressourcen gestärkt werden, damit diese nach Möglichkeit sowohl aus ihren schwierigen Situationen wie auch aus der Sozialhilfebedürftigkeit herausfinden.

Um betroffenen Familien und deren unterschiedlichen Problemen gerecht zu werden, gliedert sich das Pilotprojekt in die zwei Therapieangebote "Mehrfamilientherapie" und "aufsuchende Familientherapie". Regierungsrat Ernst Hasler, Vorsteher Departement Gesundheit und Soziales ist überzeugt, dass das Pilotprojekt betroffenen Familien hilft, ihre Probleme konstruktiv zu lösen, denn: "Das zweigliedrige Pilotprojekt ist Hilfe zur Selbsthilfe, stärkt den Selbstwert und das eigenverantwortliche Handeln."

Mehrfamilientherapie in der Familie lernen

In Gruppengesprächen lernen Familien, ihr Konfliktverhalten zu ändern und für sich eine optimalere Lebenssituation zu erarbeiten. Die Mehrfamilientherapie basiert auf der Idee, dass die einzelnen Familien über genügend eigene Ressourcen verfügen, um ihre aktuelle Situation zu stabilisieren oder neue Lösungsansätze zu entwickeln, mit denen die gegenwärtige Situation verändert werden kann. Diese Ressourcen zu stärken und zu mobilisieren ist das Ziel der Mehrfamilientherapie.

Aufsuchende Familienbegleitung individuell aufarbeiten und trainieren

Die aufsuchende Familienbegleitung begleitet Familien in schwierigen Situationen individuell. Konkrete Alltagssituationen werden innerhalb der Familie aufgearbeitet und neue Verhaltensmuster trainiert. Diese alltagstauglichen Lösungen helfen der einzelnen Familie ihre Probleme zu Hause im Alltag zu erkennen und zu überwinden.

Organisation des Pilotprojektes

Bei der Durchführung dieses Pilotprojektes sind die Sozialdienste der Pilotgemeinden Baden, Brugg, Neuenhof, Obersiggenthal, Rheinfelden, Spreitenbach und Wettingen involviert. Sie klären bei ihren Klientinnen und Klienten ab, ob eine Teilnahme an einem der Teilprojekte angebracht und sinnvoll ist. In Kürze wird das Projekt organisatorisch und personell in den neu gegründeten Verein "Erziehung und Bildung" (VEB) überführt. Der Pilot dauert bis Ende 2010. Danach wird über das weitere Vorgehen entschieden.

  • Departement Gesundheit und Soziales