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Ein grosses Waldreservat im Aargau? :
Gute Aussichten in Erlinsbach und Küttigen

Die Voraussetzungen aus ökologischer und politischer Sicht sind gut, in den Gemeinden Erlinsbach und Küttigen das bisher grösste Waldreservat im Aargau einzurichten. Mit den Waldeigentümerinnen, den Ortsbürgergemeinden Aarau, Erlinsbach und Küttigen, laufen zurzeit Verhandlungen.

Am Ursprung stand die Schaffung eines kleineren Naturwaldreservats im Staatswald im Gebiet Gehren. Bei Gesprächen mit Gemeindevertretern von Erlinsbach und Küttigen kam die Idee auf, ein grossflächiges Reservat auszuscheiden, um das kantonale "Naturschutzprogramm Wald" voranzutreiben. Das Gebiet Egg - Königstein in den beiden Gemeinden ist ökologisch wertvoll. Die Waldbestände auf der ersten Jurakette bilden ein aussergewöhnlich reichhaltiges Mosaik verschiedenster Waldstandorte. Mindestens 14 gesamtschweizerisch gefährdete Wirbeltierarten finden hier ihnen zusagende Lebensräume. Die Verzahnung des Waldes mit offenen Flächen ist ausgeprägt und für die Natur wertvoll. Die Waldbestände sind naturnah und vielfältig aufgebaut. Das ins Auge gefasste Gebiet ist gut geeignet für die Ausscheidung eines Waldreservates.

Zusammen mit den drei Ortsbürgergemeinden wurde eine Reservatsplanung erstellt. Sie dient als Entscheidungsgrundlage für die Ortsbürgergemeinde-Versammlungen. Das Gebiet umfasst 235 Hektaren Wald. Einbezogen wurden Waldungen der Ortsbürgergemeinden Erlinsbach (61 ha), Küttigen (116 ha) und Aarau (23 ha) wie auch 35 ha Staatswald.

Wie weiter?

Im geplanten Waldreservat soll auf forstliche Nutzung und Pflege verzichtet werden und der Wald soll sich von menschlichen Eingriffen weitgehend unbeeinflusst entwickeln können. Auf Teilflächen ist geplant, Lebensräume für bedrohte Licht und Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu erweitern.

Im kommenden Sommer wird die Bevölkerung von Küttigen und Erlinsbach zu Waldumgängen eingeladen, um ihr den mit den Gemeindebehörden in Arbeitsgruppen erarbeiteten Vorschlag für ein Waldreservat vorzustellen. Bei einer Verwirklichung des Projekts würde eines der grössten Waldreservate in einem Mittellandkanton entstehen. Definitiv entscheiden werden die drei Ortsbürgergemeinden voraussichtlich bis Ende dieses Jahres.

  • Staatskanzlei