Dynamisch gesteuerte Höchstgeschwindigkeit am Baregg
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Gesamtverkehrsstrategie wird umgesetzt
Verkehrsleitsysteme verbessern die Verkehrssicherheit, optimieren den Verkehrsfluss und reduzieren die Umweltbelastung. Am Baregg ist seit Ende Dezember 2005 im Rahmen der aargauischen Gesamtverkehrsstrategie ein intelligentes Verkehrsleitungs- und Steuerungssystem erfolgreich in Betrieb. Die ersten Erfahrungen sind positiv.
Mit der Inbetriebnahme der dynamischen Steuerung der Höchstgeschwindigkeiten, ist am Baregg kurz vor Weihnachten ein weiterer Schritt in Richtung intelligente Verkehrsleitung und -steuerung erfolgt. Dies, nachdem die Höchstgeschwindigkeiten in den Monaten davor mit einem Tagesschaltplan gesteuert wurden. Das Verkehrsleitsystem am Baregg ist Teil des vom Regierungsrat verabschiedeten Gesamtverkehrskonzeptes, welches das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) erarbeitet und das in der Vernehmlassung mehrheitlich gute Noten erhalten hat.
Mobilität steuern und lenken
Die Möglichkeit von innovativen Telematikanwendungen für eine effiziente Nutzung der Verkehrsinfrastruktur wird am Baregg gezielt genutzt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h wird reduziert, wenn für die Verkehrssicherheit, die Umwelt oder den Verkehrsfluss ein Gefährdungspotenzial vorhanden ist. Bei täglich mehr als 100'000 Fahrzeugen und der anspruchsvollen Verkehrsanlage mit mehreren Ein- und Ausfahrten trifft dies vor allem zu den Hauptverkehrszeiten zu.
Homogener Verkehrsfluss trotz Belastungsschwankungen
Die dynamische Geschwindigkeitssteuerung reagiert aufgrund der aktuellen Belastung. Diese wird zwischen Mägenwil und der Kantonsgrenze zu Zürich in neun Abschnitten je Fahrtrichtung alle 30 Sekunden gemessen. Würden mit diesen Rohdaten direkt die Signale gesteuert, ergäbe dies ein dauerndes Wechseln der Anzeigen. Die Herausforderung des dynamisch gesteuerten Verkehrsleitsystems besteht also darin, möglichst rasch auf Belastungsänderungen zu reagieren, einen homogenen Verkehrsfluss zu gewährleisten, jedoch ständig wechselnde Signalstellungen zu vermeiden. Das System funktioniert vollautomatisch. Die Überwachung erfolgt durch die Polizei, welche bei Bedarf die Wirkung des Systems beeinflusst und einzelne Abschnitte manuell steuert. Dies ist momentan im Limmattal infolge der Bautätigkeiten der Fall. In diesem Bereich ist der Automatismus ausgeschaltet. Die Signale lassen sich über das Verkehrsleitsystem problemlos auch für die Baustellensignalisation verwenden.
Weniger Verkehrsunfälle
Die dynamisch gesteuerte Höchstgeschwindigkeit wirkt sich auch positiv auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden aus. Bereits mit der Einführung der Tagschaltung lag die Unfallrate deutlich unter dem Vergleichswert für ähnliche Strassenlagen. Und dies, trotz der grossen Verkehrsdichte und der anspruchsvollen Anlage mit Tunnels sowie mehreren Ein- und Ausfahrten. Die Verantwortlichen Verkehrsingenieure erwarten, dass es mit dem neuen Verkehrsleitsystem künftig noch weniger Unfälle geben wird. Aussagekräftige Auswertungen sind jedoch erst im zweiten Quartal 2006 zu erwarten.
Bessere Luft
Neben diesen verkehrlichen Informationen verfügt das Verkehrsleitsystem auch über Informationen der aktuellen Luftbelastung durch Schadstoffe wie Stickoxide, Feinstaub und Ozon. Mit diesen Werten wird ein Luftqualitätsindex ermittelt und demnächst über Informationstafeln auf beiden Seiten des Bareggs angezeigt. Sie soll die Verkehrsteilnehmenden auf die aktuelle Luftbelastung durch Schadstoffe sensibilisieren. Damit wird eine Forderung der Umweltverbände erfüllt, die Teil der im Jahre 1999 erteilten Baubewilligung war. Bereits heute lässt sich sagen, dass die rechnerisch ermittelte Emissionsbilanz an Luftschadstoffen mit dem dynamischen Tempomanagement ebenfalls positiv ausfällt. Dies aufgrund des homogenen Verkehrsflusses, der Vermeidung von Staus und der situationsangepassten Geschwindigkeiten. Die Emissionen sind bekanntlich auch abhängig von den topographischen Verhältnissen. Diese werden bei der Ermittlung der Schaltwellen ebenso berücksichtig wie die Fahrzeugmengen.
Schritt in die richtige Richtung
In seiner Gesamtverkehrsstrategie setzt sich das BVU dafür ein, dass die negativen Auswirkungen des Verkehrs minimiert werden, ohne dabei die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung zu beschneiden. Das Verkehrsleitsystem am Baregg ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.