Dorfplatz Wölflinswil: Mittelalterliche Bauernhäuser entdeckt
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Neue Erkenntnisse zum mittelalterlichen Alltag auf dem Lande
Unter einem vor zwei Jahren abgebranntem Bauernhaus am historischen Dorfplatz in Wölflinswil entdeckten Mitarbeiter der Kantonsarchäologie Aargau gut erhaltene Reste hoch- und spätmittelalterlicher Bauernhäuser. Die Funde ergeben neue Erkenntnisse zum kaum erforschten mittelalterlichen Alltag auf dem Lande. Die Ausgrabungen sind abgeschlossen.
Funde aus Brand- und Kulturschichten belegen eine rund 700 Jahre Siedlungsgeschichte. In diesem Zeitraum konnten sechs nacheinander gebaute Holz- und Steinhäuser nachgewiesen werden. Am besten erhalten hatten sich die Reste eines Bauernhauses aus dem 13. Jahrhundert. Sein tragendes Wandgerüst war aus mächtigen behauenen Eichenpfosten gebaut. Es konnten zwei Feuerstellen nachgewiesen werden. Die eine bestand aus einem wiederverwendeten halben Mühlstein. Nach einem Brand errichtete man im Spätmittelalter zwei Häuser in Ständerbauweise. Um 1500 fielen auch diese Bauten einer Feuersbrunst zum Opfer. Danach erfolgte ein Wiederaufbau mit Steinfundamenten. Im 17. Jahrhundert kam es zu einem Neubau im spätgotischen Stil, der ebenfalls von einer Brandkatastrophe betroffen und im 18. Jahrhundert wieder hergestellt wurde.
Besonders erwähnenswert sind Fragmente von reliefierten Ofenkacheln, wie sie im 14. Jahrhundert auf umliegenden Burgen und in der Stadt Basel gebräuchlich waren. Zahlreiche Verhüttungs- und Schmiedeschlacken sowie Laufenburger Gneis sind mit der Verarbeitung der oolithischen Eisenerze von Wölflinswil in Verbindung zu bringen.