Dokumentation zur Aargauischen Schulgeschichte online
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Bilder und Quellen aus 175 Jahre Volksschule stehen auf www.ag.ch/staatsarchiv zur Verfügung
Das Staatsarchiv Aargau stellt aus Anlass des Jubiläums 175 Jahre Volksschule Aargau digitale Bilder und Quellen zur aargauischen Schulgeschichte über das Internet zur Verfügung. Die Dokumentation ermöglicht vielfältige Einblicke in die aargauische Schulgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts anhand von Originalquellen. Zudem wurden die Unterlagen des Kantonsschulrats als oberste Erziehungsbehörde erschlossen und sind nun für Interessierte zugänglich.
Die Dokumentation umfasst Themen wie Schulorganisation, Sonderschulen, Höhere Bildung, Mädchenbildung, Schulhausbau, Bildungspioniere, Schulalltag sowie Freud und Leid von Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern. Jedes Thema wird durch einen kurzen Einleitungstext eröffnet und enthält mehrere Originalquellen und Bilder. Um das Lesen der handschriftlich abgefassten Texte zu erleichtern, ist den digitalisierten Quellen der Inhalt in einer modernen Schreibweise beigegeben. Im Kapitel Schulorganisation sind neben dem Schulgesetzen vom 8. April 1835 alle aargauischen Schulgesetze von 1805 bis 1981 als PDF-Dateien abrufbar.
Brennpunkte von einst sind noch heute aktuell
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen kommen vor allem in den Kapiteln "Schulalltag" und "Freuden und Leiden" zu Wort. Sie haben im 19. und 20. Jahrhundert ihre Erlebnisse in Tagebüchern, Anekdoten, Briefen und lokal-geschichtlichen Aufzeichnungen festgehalten. Viele dieser schriftlichen und bildlichen Erinnerungen an Schulreisen, Prüfungen, Sportveranstaltungen und vieles mehr sind in Nachlässen von Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern erhalten geblieben, welche sich heute im Staatsarchiv Aargau befinden. Berichte aus der Sicht von Lehrpersonen machen uns bewusst, dass damalige Brennpunkte auch heute nicht an Aktualität verloren haben.
Trotz staatlicher Anstrengung blieben Kinder der Schulbildung fern
Das Kapitel "Zwischen Stuhl und Bank" verdeutlicht, dass trotz grosser staatlicher Anstrengungen nicht alle Kinder im 19. Jahrhundert in den Genuss einer Schulbildung kamen. Viele Kinder blieben vom Schulbesuch ausgeschlossen, weil sie wegen einer Behinderung als bildungsunfähig galten, aus Armut kein Schulgeld bezahlen konnten oder ihre Familien auf den Verdienst aus der Fabrikarbeit angewiesen waren.
Vielseitige Einblicke bieten die Unterlagen der obersten Erziehungsbehörde
Aus Anlass des Jubiläums wurden auch die Unterlagen des Kantonsschulrats von 1803 bis1852 in der Datenbank verzeichnet. Als oberste Erziehungsbehörde des Kantons hatte der Kantonsschulrat die Oberaufsicht über das gesamte aargauische Schulwesen. Dementsprechend vielfältig sind auch die behandelten Themen. Sie umfassen unter anderem die Gemeindeschulen, die Bezirks- und Kantonsschulen, das Kadettenwesen, die Lehrerbesoldung. Das Archivverzeichnis des Kantonsschulrats (DE01) ist über die Internetseite des Staatsarchivs abrufbar.