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Die Weichen werden schon in der Volksschule gestellt :
Die Ergebnisse der Schulabgängerbefragung STEP I 2008 liegen vor

STEP I steht für den grossen Schritt nach der Volksschule in eine weiterführende Ausbildung, also von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II. Bereits zum zweiten Mal wurden dazu Schulabgängerinnen und -abgängern befragt. 7003 haben geantwortet – dies entspricht einer Rücklaufquote von 100 Prozent. Die Durchführung der Erhebung erfolgte durch das Statistische Amt des Kantons Aargau im Auftrag des Departements Bildung, Kultur und Sport. Die Befragung zeigt, die Herkunft ist nach wie vor der grösste Stolperstein bei diesem Schritt.

Von den erfassten Abgängerinnen und Abgängern des Schuljahres 07/08 wechseln 20 Prozent direkt an eine Mittelschule und 54 Prozent beginnen nahtlos eine Ausbildung in einem Lehrbetrieb. Die anderen starten nicht gleich mit einer weiterführenden Ausbildung auf der Sekundarstufe II. 18 Prozent greifen auf ein Brückenangebot oder auf eine Zwischenlösung zurück. 3 Prozent verbleiben ein weiteres Jahr in der Volksschule. Etwa die Hälfte von ihnen steigt dadurch in den nächst höheren Schultyp auf. Weitere 2 Prozent haben zwar eine Anschlusslösung (z. B. Praktikum) gefunden, treten jedoch noch nicht in eine weiterführende Ausbildung ein, die zu einem Bildungsabschluss führt. Es bleiben rund 2 Prozent der Lernenden, die kurz vor Abschluss der Volksschule noch ohne Anschlusslösung sind.

Unterschiedliche Übertrittsquoten nach Schultyp

Die Chancen auf einen direkten Einstieg nehmen mit steigendem Anspruchsniveau des besuchten Schultyps zu. Die besten Aussichten haben Lernende der Bezirksschule. Fast die Hälfte (49 Prozent) wechselt nach der Volksschule in eine Mittelschule und weitere 41 Prozent gehen den berufsbildenden Weg. Ingesamt meistern 90 Prozent von ihnen den Übertritt in die Sekundarstufe II auf Anhieb. Prozentual mehr Jugendliche der Sekundarschule finden zwar einen Lehrstellenplatz (69 Prozent), es sind jedoch nur wenige (2 Prozent), die in eine Mittelschule eintreten. Insgesamt sind es 71 Prozent mit einem direkten Übertritt. Von den Lernenden der Realschule ist es etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) und von Lernenden der Kleinklasse ist es ein Drittel (34 Prozent), die auf Anhieb eine nachobligatorische Ausbildung auf der Sekundarstufe II beginnen.

Die Herkunft als Stolperstein

Nach wie vor spielt die Herkunft für den weiteren Bildungsweg eine wichtige Rolle. Die Ausgangslagen der Schweizer und der ausländischen Jugendlichen sind aber schon auf Sekundarstufe I verschieden, denn der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler von durchschnittlich 23 Prozent variiert im Abschlussjahr je nach Schultyp: Realschule 43 Prozent, Sekundarschule 19 Prozent und Bezirksschule 11 Prozent. Eine Folge davon ist, dass nur 12 Prozent der immigrierten Jugendlichen an eine Mittelschule wechseln. Diese Quote liegt somit 11-Prozent-Punkte unter der durchschnittlichen Migrationsquote von 23 Prozent. Ausländische Jugendliche haben auch weniger Chancen auf einen Lehrstellenplatz (19 Prozent). Umso höher ist ihr Anteil hingegen bei den Brückenangeboten und Zwischenlösungen (35 Prozent) und bei jenen Jugendlichen, die ohne Anschlusslösung sind (61 Prozent).

Typisch männliche und weibliche Bildungswege

Im Abschlussjahr der Bezirksschule befindet sich 54 Prozent weibliche Jugendliche, in der Sekundarschule sind es 48 Prozent und in der Realschule 45 Prozent. Deshalb überrascht es nicht, dass mehr weibliche Jugendliche an eine Mittelschule gehen. Die Quote der weiblichen Jugendlichen wächst in der Mittelschule auf 60 Prozent an. Das gleiche Verhältnis von 60 zu 40 Prozent für die Schulabgängerinnen zeigt sich auch bei den Lernenden, die nach der Volksschule ein Brückenangebot besuchen oder ein Zwischenjahr einschalten. Vor allem der Sprachaufenthalt ist eine typisch weibliche Anschlusslösung. Im Gegenzug dazu steigen die männlichen Jugendlichen häufiger direkt in die berufliche Grundbildung ein (59 versus 41 Prozent). Ein klarer Geschlechtereffekt ergibt sich aber bei jenen, die ohne Anschlusslösung sind. In dieser Gruppe sind die männlichen Jugendlichen klar übervertreten (58 versus 42 Prozent).

Weitere Ergebnisse zu den gewählten Anschlusslösungen der Aargauer Schulabgängerinnen und -abgänger können dem Bericht "STEP I 2008" entnommen werden. Der Bericht ist als PDF-Datei im Internet: www.ag.ch/bks (> Aktuelles > Kennzahlen Bildung).

  • Departement Bildung, Kultur und Sport