Die Kantonspolizei Aargau wandelt sich
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Reorganisationsprojekt "Horizont 2003"
Im Jahre 2003 wird das 200-jährige Jubiläum des kantonalen Polizeikorps gefeiert. Auf diesen Zeitpunkt hin soll der Aargau eine neue Sicherheitsarchitektur erhalten. Neben der Regionalisierung der Gemeindepolizeien wird auch eine noch engere Partnerschaft mit privaten Sicherheitsdiensten unumgänglich sein.
Die Professionalität und Mobilität der Täterschaft nehmen immer mehr zu. Die Polizeilandschaft des Aargaus ist hingegen nach wie vor durch kleinräumige Strukturen geprägt, die für die Bekämpfung der modernen Kriminalität nicht mehr genügen. An einer Medienkonferenz orientierten der Aargauer Polizeidirektor, Regierungsrat Kurt Wernli, zusammen mit Polizeikommandant Léon Borer über das Projekt "Horizont 2003". Im Mittelpunkt steht die Aufgabenteilung zwischen kantonalen und gemeindeeigenen Polizeikräften. Regierungsrat Kurt Wernli: "Der Kanton muss sich in Zukunft vermehrt auf die regionale, kantonale, nationale und internationale Kriminalität konzentrieren. Er muss die Aufgaben der lokalen, kommunalen Sicherheit den Gemeinden überlassen."
Im Verhältnis zur Bevölkerung ist die Polizeidichte im Kanton Aargau äusserst knapp. Interkantonale Vergleiche beweisen, dass unsere Kantonspolizei mit dem absoluten Minimum arbeitet. Oberst Léon Borer: "Die Kantonspolizei will auch in Zukunft ein effizientes Polizeikorps bleiben, das mit relativ wenig Personal überdurchschnittliche Leistungen erbringt." Dafür muss aber mehr Handlungsspielraum für die Personalausbildung und für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität geschaffen werden. Und es muss auch für eine bessere Erfüllung der Kernaufgaben der Polizei gesorgt werden.
Zur Zeit werden verschiedene Möglichkeiten der Regionalisierung untersucht. Ueberprüft wird auch das relativ dichte Netz von 46 Polizeistationen. An flexiblen und modernen Sicherheitsprodukten wird zusammen mit andern Kantonen gearbeitet (z.B. "Electronic Policing"). In jedem Fall wird eine noch engere Partnerschaft mit den Gemeindepolizeien und privaten Sicherheitsdiensten in Zukunft unumgänglich sein.
Kurt Wernli: " In lediglich 73 der insgesamt 232 Gemeinden gibt es eine Gemeindepolizei. In 159 Gemeinden muss zur Zeit also die Kantonspolizei die lokale Sicherheit gewährleisten." Um im ganzen Aargau einen einheitlichen und angemessenen Schutz der Bevölkerung vor Straftaten gewährleisten zu können, werden in Zukunft alle Gemeinden eigene Polizeikräfte zur Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterhalten haben. Kleinere Gemeinden sollten zusammen mit anderen Gemeinden eine Regionalpolizei bilden. Eine finanzielle Beteiligung des Kantons ist nicht vorgesehen.
Auch eine Delegation des Grossen Rates, zusammengesetzt aus Mitgliedern aller Fraktionen, wurde über das Projekt "Horizont 2003" orientiert. An einem für sie organisierten Polizeitag erhielten sie Einblick in das Schaffen des kantonalen Polizeikorps. Ein spannender Programmpunkt waren die praktischen Vorführungen auf dem Aarauer Schiessplatz Geren. Hier hatten die Grossratsmitglieder Gelegenheit, Schiess- und Eingreifvorführungen der Polizeischule sowie der Sondereinheit "ARGUS" beizuwohnen.