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Die aargauische Maturität bewährt sich :
Schlussbericht der MAR-Einführung liegt vor

Gemäss einer vom Bund und der schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) durchgeführten schweizweiten Umfrage zum neuen Maturitätsreglement (MAR) fühlen sich die Aargauer Gymnasiastinnen und Gymnasiasten gut auf die Universität vorbereitet. Dennoch sollen auf Grund des vorliegenden Berichts erste Verbesserungen bereits auf das Schuljahr 2005/06 realisiert werden.

Die Umfrage befasst sich mit drei Themenbereichen: die Passung von Wahlfachangebot und Interessen der Studierenden und die Auswirkungen auf den Ausbildungserfolg, die Umsetzung der fächerübergreifenden pädagogischen Ziele sowie die Bewältigung der Reformen durch die Schulen. Befragt wurden Gymnasiastinnen und Gymnasiasten im ersten nachobligatorischen Schuljahr und der Abschlussklassen, Lehrpersonen der Abschlussklassen, Schulleitungen der Gymnasien und die jeweils Verantwortlichen der kantonalen Bildungsdepartemente.

Breites Angebot bei den Schwerpunkt- und Ergänzungsfächern

Der Kanton Aargau hat ein breites Angebot an so genannten Schwerpunkt- und Ergänzungsfächern vorzuweisen, das von den Studierenden auch geschätzt wird. Die bevorzugten Fächer sind: "Wirtschaft und Recht", "Biologie und Chemie" sowie "Philosophie/Pädagogik/Psychologie". Damit liegt der Aargau im gesamtschweizerischen Trend, mit Ausnahme "Philosophie/Pädagogik/Psychologie". Dieses Fach wird in 16 Kantonen gar nicht angeboten.

Ernsthafte Wahlvorbereitung im Aargau

Die Studierenden an den Aargauer Gymnasien entscheiden sich gemäss der Studie für dasjenige Schwerpunktfach, das ihren Interessen und Fähigkeiten am besten entspricht, und sie würden es mehrheitlich wieder wählen. In dieser Haltung sind sie gesamtschweizerisch überdurchschnittlich, denn am Ende ihrer Ausbildung würde nicht einmal mehr die Hälfte der Schweizer Maturandinnen und Maturanden sich wieder für das gleiche Schwerpunktfach entscheiden. Daraus lässt sich schliessen, dass die Wahlvorbereitung und -entscheidung an den Schulen sehr ernsthaft geführt wird und sich bewährt, dass die Wahl erst nach zwei Jahren stattfindet.

Die Zufriedenheit mit der Fächerwahl, den Wahlmöglichkeiten und dem Spezialisierungsgrad ist ebenfalls sehr gross. Der auf Grund der Vielzahl von Wahlmöglichkeiten befürchtete Trend hin zu einer "weichen" Matura ist mit dem neuen System nicht ausgewiesen. Die Bildungsprofile bewegen sich im Rahmen der schweizerischen Mittel, nur bei den Sprachen (Latein, Französisch, Italienisch, Spanisch) ist es deutlich tiefer. Hier wird eine genauere Analyse nötig.

Gute Vorbereitung auf die Hochschule

Die Aargauer Maturandinnen und Maturanden fühlen sich für die verschiedenen Studienrichtungen an den Universitäten sehr gut vorbereitet. Die grosse Mehrheit beabsichtigt, nach der Matura ein universitäres Studium aufzunehmen. Spitzenreiterinnen unter den gewählten Disziplinen sind Medizin, Recht, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Auch hier bewegen sich die Aargauer Schülerinnen und Schüler im Trend der übrigen Kantone. Deutlich häufiger im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt fällt die Wahl auf die Studienrichtungen Mathematik/Informatik und Sportwissenschaften.

Weiteres Vorgehen auf kantonaler EbeneDie Ergebnisse der bereits 2004 publizierten kantonalen Evaluationen werden von der Schweizerischen Studie bestätigt. Dennoch sollen auf dem Hintergrund des vorliegenden Berichts folgende Strukturen und Unterrichtsgefässe untersucht werden: Lehrplan des Akzentfachs "Moderne Sprachen", Verknüpfung von Projektunterricht und Maturaarbeit, Beurteilungskriterien und Bewertung der Maturaarbeit, Aufnahmeverfahren an die Mittelschulen (Zeitpunkt, Aufnahmekriterien), jahrsgangsgemischte Kursgruppen bei den Schwerpunktfächern sowie Förderung des fächerübergreifenden Unterrichts und von fächerübergreifenden Kompetenzen. Erste Verbesserungen werden auf das Schuljahr 05/06 geplant.Der Schlussbericht EVAMAR 05, Phase 1, ist einsehbar unter www.ag.ch/mittelschule

  • Departement Bildung, Kultur und Sport