Die Aargauer Bevölkerung schätzt den Wald
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Repräsentative Bevölkerungsumfrage zum Thema Wald
Die Bevölkerung ist zufrieden mit der Waldpflege, erholt und entspannt sich gerne und oft im Wald und anerkennt die wichtige Rolle des Waldes im Naturhaushalt, als Holzproduzent und als Landschaftselement. Sie möchte die Waldfläche nicht verkleinern und hält deutlich am Rodungsverbot fest. Diese Ergebnisse stammen aus einer Bevölkerungsumfrage, welche die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Auftrag des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) sowie des Bundesamts für Umwelt (BAFU) durchgeführt hat.
Im Rahmen des "Waldmonitorings soziokulturell" (WaMos) gab das Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2010 die zweite repräsentative Befragung der Schweizer Bevölkerung zu den gesellschaftlichen Ansprüchen an den Wald in Auftrag. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat sich daran beteiligt und die mit der Studie betraute Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) beauftragt, die Rückmeldungen der 882 befragten Aargauerinnen und Aargauer gesondert auszuwerten. Demnach schätzt die Aargauer Bevölkerung den Wald als Ort für Freizeit und Erholung, hält aber andere Leistungen des Waldes für ebenso wichtig. Hoch gewertet werden der Beitrag des Waldes an die gute Luft- und Wasserqualität, der Schutz vor Naturgefahren sowie der Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Ebenso soll der Wald den nachwachsenden Rohstoff Holz produzieren und die Landschaft gliedern und verschönern.
Der Wald soll erhalten bleiben
Die Mehrheit der Aargauer Bevölkerung sieht den Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen bedroht, vor allem wegen der raschen Ausbreitung des Siedlungsgebiets, der allgemeinen Umweltverschmutzung und des Klimawandels. Folglich zeigt sich die Bevölkerung einverstanden mit Waldreservaten, wo zugunsten spezialisierter Arten auf die Holznutzung verzichtet wird. Ausserdem halten die Befragten am Rodungsverbot fest und möchten es auch nicht lockern.
Grosses Vertrauen in Schweizer Holz
Die Aargauer Bevölkerung schätzt Schweizer Holz als nachhaltig erzeugtes und vielseitig einsetzbares Naturprodukt. Knapp die Hälfte erinnert sich, beim letzten Möbel- oder Bauholzkauf Schweizer Holz gewählt zu haben. Die meisten Befragten (67 Prozent) finden die in unseren Wäldern genutzte Holzmenge gerade richtig, 23 Prozent würden sogar noch etwas mehr Holz nutzen. Sie sind mit der Waldpflege zufrieden.
Ruhiger Erholungsraum gefragt
Zwei Drittel der Aargauerinnen und Aargauer halten sich im Sommer mindestens ein bis zwei Mal pro Woche im Wald auf. Die beliebtesten Aktivitäten im Wald sind Spazieren, "einfach mal sein" und die Natur beobachten. Action wird nicht gesucht. Die Mehrheit der Befragten fühlt sich im Wald nicht durch andere gestört. Für eine Minderheit trüben Biker oder Radfahrer, Menschen mit Hunden oder Lärm das Naturerlebnis.
Aargau – wie die Schweiz
Vergleicht man die Ergebnisse des Kantons Aargau mit denjenigen der Gesamtschweiz, so fällt zunächst auf, dass die Aargauer Bevölkerung dem Wald weitgehend ähnlich gegenüber steht wie diejenige der Schweiz. Gewisse Unterschiede bestehen bezüglich der wahrgenommenen Bedeutung der Waldfunktionen: Die Aargauerinnen und Aargauer bringen die Holzproduktion und die Erholung häufiger mit dem Wald in Verbindung als der schweizerische Durchschnitt. Die höher eingeschätzte Bedeutung der Erholung mag damit zusammenhängen, dass die Aargauer schneller im Wald sind und diesen häufiger aufsuchen, besonders im Winter.