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Detailergebnisse der Grossratswahlen vom 8. März 2009 :
Einblicke in das Verhalten der Wählerinnen und Wähler

Das Statistische Amt des Kantons Aargau hat eine umfangreiche statistische Auswertung der Grossratswahlen durchgeführt. Neben Partei- und Kandidatenstimmen gibt die Publikation einen tieferen Einblick in das Wählerverhalten, indem die unveränderten und vor allem die veränderten Wahlzettel analysiert werden.

Sitzverteilung

Von den 140 Mandaten erhielt die SVP 45, die SP 22, die CVP 21, die FDP 20 und die Grünen 13. Somit erreichten die fünf Regierungsratsparteien 86,4 Prozent aller Sitze. Die restlichen 19 Sitze teilen sich die GLP mit fünf, die BDP mit vier sowie die EDU und die SD mit jeweils zwei Sitzen. Insgesamt 37 Sitze (26,4 %) wurden von Frauen gewonnen (2005: 36,4 %).

Veränderte und unveränderte Wahlzettel

Die vorgedruckten Wahlzettel können durch die Wählenden derart abgeändert werden, dass aufgeführte Kandidierende gestrichen oder andere hinzugefügt werden können. Im Kanton Aargau wird seit 2005 nach dem Kandidatenstimmenproporz gewählt, das heisst jede für eine Kandidatin oder einen Kandidaten abgegebene Stimme zählt auch für die Parteiliste. Deswegen hat das Panaschieren (Aufführen einer Kandidatin oder eines Kandidaten auf einer fremden Liste) einen direkten Einfluss auf die Sitzverteilung und der Anteil von unveränderten Wahlzetteln ist für die Parteien von grossem Interesse. Dieser Anteil ist gegenüber den Wahlen von 2005 deutlich gestiegen. Lag er bei den letzten Wahlen noch bei 28,4 Prozent, so betrug er in diesem Jahr im Durchschnitt 33,8 Prozent. Bei SVP und Grünen lag der Anteil sogar über 40 Prozent, einzig bei der CVP und der EDU war er deutlich kleiner.

Panaschierte Stimmen

Während die SVP nur 8 Prozent ihrer Kandidatenstimmen von fremden Listen erhalten hat, lag dieser Anteil bei der SP bei 18 Prozent, bei der CVP, der FDP und der EDU zwischen 20 und 25 Prozent, bei den Grünen, der EVP und der GLP zwischen 25 und 30 Prozent. Die BDP erzielte einen Wert von 34 Prozent und die SD einen solchen von 45 Prozent. Umgekehrt gaben Wählerinnen und Wähler der BDP 60 Prozent ihrer Stimmen an parteifremde Kandidatinnen und Kandidaten ab; insbesondere aus der FDP, CVP und SVP. Bei der ebenfalls erstmals angetretenen GLP betrug der Anteil der abgegebenen parteifremden Stimmen 25 Prozent. Bei SP, CVP, FDP, Grünen und EVP lag der Wert zwischen 10 und 15 Prozent und bei der SVP nur bei knapp 7 Prozent.

Netto betrachtet weisen nur die BDP sowie die beiden kleinen Listen der NPAK und der FA+AG eine negative Stimmenbilanz auf. Die Gewinner sind die Grünen, welche rund 27 700 Stimmen mehr von fremden Wahlzetteln erhalten haben, als sie Stimmen von ihren Wahlzetteln an fremde Kandidierende abgeben mussten. Dies entspricht einer Quote von 24,2 Prozent bezogen auf die Kandidatenstimmen von eigenen Listen. Ebenfalls eine Quote von über 20 Prozent weisen die FDP (20,2 %), die EVP (22,9 %) und die SD (20,3 %) auf. Deutlich darunter liegen die CVP mit 12,5 Prozent, die SP mit 7,5 Prozent und die SVP mit 1,9 Prozent.

Die Statistik über die Grossratwahlen 2009 des Kantons Aargau umfasst 60 Seiten und kann beim Statistischen Amt, Bleichemattstrasse 4, 5000 Aarau (Telefon: 062 835 13 00; E-Mail: statistik@ag.ch; Internet: www.ag.ch/staag/bestellung) zum Preis von 25 Franken bezogen werden.

  • Departement Finanzen und Ressourcen