Der Regierungsrat stellt die Weichen
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Strukturreform der Aargauer Volksschule
Die Primarschule soll wie bisher 5 Jahre, die Sekundarstufe I 4 Jahre dauern. Neu soll die Sekundarstufe I jedoch in nur 2 Schultypen gegliedert werden. Die Schuldauer bis zur Hochschulreife wird um ein Jahr auf 12 Jahre verkürzt.
Diese Vorentscheidung für die Neugestaltung der Volksschule hat der Regierungsrat an seiner Sitzung vom 8. August 2001getroffen.Der Grosse Rat hatte 1996 das Leitbild "Schule Aargau" verabschiedet. Im Leitsatz 6 wurde die interkantonale Harmonisierung der Schulstrukturen und im Leitsatz 7 die Verkürzung der Schuldauer bis zur Maturität auf 12 Jahre festgehalten. Auf dieser Basis setzte der Regierungsrat eine Projektleitung ein, um entsprechende Strukturmodelle zu entwickeln (Projekt Strukturreform Schule Aargau ?Stresa?). Im Projekt-Zwischenbericht wurden zehn evaluierte Strukturmodelle vorgelegt, darunter auch dasjenige des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes. Im August 2000 bestimmte der Regierungsrat drei dieser Modelle zur detaillierteren Bearbeitung. Eines davon soll jetzt in modifizierter Form weiterverfolgt werden. Eine entsprechende Botschaft mit den nächsten Planungsschritten soll dem Grossen Rat im Herbst zugestellt werden. Gemäss Projektzeitplan wird, nach der Vernehmlassung und der Behandlung des Geschäfts im Grossen Rat, die Volksabstimmung über die künftige Aargauer Schulstruktur voraussichtlich frühestens im Jahr 2005 stattfinden.
Ein neuer Schultyp auf der Sekundarstufe I
Massnahmen zur Verbesserung der Situation der Realschule als immer weniger nachgefragte Schule sind vordringlich. Zahlreiche Deutschschweizer Kantone, welche vor dem gleichen Problem stehen, binden die Realschule eng an die Sekundarschule oder vereinigen sie mit ihr zu einem neuen Schultyp. Im Aargau sollen die bisherige Realschule und die bisherige Sekundarschule zu einem neuen, in zwei Leistungsniveaus (Stammklassen) gegliederten Schultyp zusammengeführt werden. In den Fächern Mathematik und Fremdsprachen werden stammklassenübergreifende Leistungskurse geführt.
Verkürzung der Schuldauer bis zur Hochschulreife
Die Schuldauer bis zur Maturität soll auf 12 Jahre verkürzt werden, wobei der Übertritt in die Kantonsschule nach der 3. Bezirksschulklasse erfolgt. Der spätere Übertritt (nach der 4. Bezirksschulklasse) wird nach wie vor möglich sein. Die Möglichkeit des Übertritts nach der 3. Klasse der Sekundarstufe I in eine Berufsausbildung mit Berufsmaturität wird angestrebt und muss rechtlich geprüft werden. Die Kantonsschule wird nach den Vorgaben des Maturitätsanerkennungsreglements (MAR) weiterhin vier Jahre dauern. Der Aargau schliesst sich damit den 20 Kantonen an, welche die Verkürzung bis zur Hochschulreife beschlossen oder bereits eingeführt haben.
Mit dieser vom Regierungsrat beabsichtigten Strukturreform geht der Kanton Aargau einen Mittelweg, der einen Kompromiss bei der Umsetzung der beiden Leitsätze aus dem Leitbild Schule Aargau beinhaltet. Die Primarschule dauert nicht 6 Jahre wie in den meisten Kantonen, sondern weiterhin 5 Jahre, und die Sekundarstufe I bleibt weiterhin bei 4 Jahren. Hingegen wird die Schuldauer bis zur Hochschulreife strukturell um ein Jahr auf 12 Jahre verkürzt. Die Weiterentwicklung der Volksschule ist auch künftig möglich, so beispielsweise bei der Ausgestaltung der Einschulungsphase (Basisstufe). Interkantonal koordinierte Schulversuche zur Basisstufe, wie sie die Konferenz der Schweizerischen Erziehungsdirektoren (EDK) vorschlagen, können unabhängig von einer künftigen Strukturreform auch im Aargau durchgeführt werden.
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