Der Kanton lanciert Diskussion zur Zeitvorsorge
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Öffentliche Kick-off-Veranstaltung stösst auf breites Interesse
Im Juni 2013 hat der Regierungsrat das von CVP-Grossrätin Theres Lepori mit einem Postulat angestossene Projekt "Zeitvorsorge" zur weiteren Prüfung entgegen genommen. Ausgehend vom Projekt in der Stadt St. Gallen wird nun im Rahmen eines Vorprojekts geprüft, ob im Kanton Aargau ein Bedürfnis für ein solches Projekt besteht und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssten. An einer öffentlichen Kick-off-Veranstaltung wurde die Diskussion lanciert. Bis im Frühling 2014 sollen Eckpunkte erarbeitet werden.
Zeitvorsorge, Zeittauschbörsen oder Stundensparkonten – solche Modelle werden derzeit als 4. Vorsorgesäule und neue Anreize für Freiwilligenarbeit intensiv diskutiert und in ersten Gemeinden bzw. Regionen der Schweiz bereits entwickelt und umgesetzt. Die Idee dahinter scheint einfach: Im gesunden Rentenalter unterstütze und betreue ich hilfsbedürftige ältere Menschen und lasse mir Zeit gutschreiben, die ich später – bei eigener Hilfsbedürftigkeit – gegen entsprechende Unterstützungsleistungen eintauschen kann.
Neue Anreize für Freiwilligenarbeit
Was sinnvoll anmutet und von der Idee her besticht, will sorgfältig durchdacht sein: Deshalb will das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) mögliche Lösungsansätze für den Kanton Aargau und seine Gemeinden zunächst breit diskutieren, ehe allfällige Umsetzungsschritte ins Auge gefasst werden. Regierungsrätin Susanne Hochuli lancierte die Diskussion zur Zeitvorsorge denn auch just vor diesem Hintergrund an einer öffentlichen Kick-off-Veranstaltung. Sie wies insbesondere auf die Bedeutung von Freiwilligenarbeit und die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhalts hin. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung lohne es sich, neue Ansätze – kritisch und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven – zu prüfen. Dabei sei im vorliegenden Kontext ganz besonders darauf zu achten, dass den vier Grundsätzen der Aargauer Alterspolitik: "geschätzt – selbstbestimmt – beteiligt – generationengerecht" nachgelebt wird.
Wie ein Zeitvorsorge-Modell in der Praxis funktionieren kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht, wurde an der Kick-off-Veranstaltung anhand von zwei Beispielen (St. Gallen und Obwalden) präsentiert. Im Anschluss an die beiden Referate wurden die rund 100 Teilnehmenden eingeladen, die Chancen und Risiken von Zeitvorsorgemodellen und die Übertragbarkeit auf den Kanton Aargau zu diskutieren.
Arbeitsgruppe erarbeitet Projektskizze
Verschiedene Exponentinnen und Exponenten, die an der Zeitvorsorge interessiert sind, bildeten zum Abschluss der Kick-off-Veranstaltung eine Arbeitsgruppe, die sich mit verschiedenen Fragestellungen befassen wird. Im Rahmen dieses Vorprojekts sollen Grundsätze diskutiert und bis im Frühling 2014 Eckpunkte für die allfällige Umsetzung in Pilotgemeinden erarbeitet werden. Die Öffentlichkeit wird über die weiteren Erkenntnisse und Schritte auf dem Laufenden gehalten.