Der Kanton Aargau rückt dem täglichen Stau mit einem Massnahmenpaket zu Leibe
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Beseitigung des Engpasses Baregg
Der Bareggtunnel weist eine so hohe Verkehrsdichte wie kein anderer Nationalstrassenabschnitt auf; er kann das tägliche Verkehrsvolumen nicht mehr verkraften. Kilometerlange Staus, ein erhöhtes Unfallrisiko und volkswirtschaftliche Kosten sind die Folgen. Der Kanton Aargau will mit zum Teil innovativen Ansätzen die Situation am Baregg verbessern: Regierungsrat, Grosser Rat und Bundesrat haben die Projektierung Ausbau Baregg mit einer dritten Röhre definitiv beschlossen. Mit dem Halbanschluss Spreitenbach sowie der Überdeckung Neuenhof werden die Gemeinden Killwangen, Neuenhof, Spreitenbach und Würenlos von Lärm und Verkehr entlastet. Zusätzlich sollen ab Sommer bzw. Herbst dieses Jahres die täglichen Staus mit herkömmlichen verkehrstechnischen, teilweise aber auch mit neuen und unkonventionellen Methoden ent-schärft werden. Das Baudepartement will das Projekt zügig vorantreiben.
An Werktagen weist der 1,1 km lange Bareggtunnel in den Spitzenzeiten am Morgen und Abend eine Verkehrsdichte auf, die so extrem auf keinem anderen Nationalstrassenabschnitt zu finden ist. Schon 1997 wurde der Grenzwert des stabilen Verkehrsflusses von 3 600 Fahrzeugen pro Stunde rund 700 mal überschritten. Rund 90 000 Fahrzeuge - mit Spitzen bis zu 100 000 Fahrzeugen - benützen jeden Tag den Bareggtunnel - sechsmal mehr als im Eröffnungsjahr 1970. Diese Staus führen zu Unfällen und reduzieren generell die Sicherheit, erhöhen die Luftschadstoffbelastung und sind volkswirtschaftlich teuer.
Regierungsrat und Baudepartement wollen den Bau der beschlossenen 3. Röhre zügig vorantreiben und bis 2005 abschliessen. Die Projektauflage ist nach den Herbstferien vorgesehen. Die neue Röhre wird mit drei Fahrstreifen Richtung Bern (die vier Streifen in den bestehenden Röhren dienen dem Verkehr Richtung Zürich) den Engpass beseitigen. Die Sondierungs- und Projektierungsarbeiten sind weit fortgeschritten, der Umweltverträglichkeitsbericht ist verfasst, so dass die öffentliche Auflage des Bauprojekts im Herbst dieses Jahres erfolgen kann.
Die neue Röhre ist aber nur ein Teil des Gesamtvorhabens am Baregg. Die beiden fast dreissig Jahre alten Tunnels werden einer Fitnesskur unterzogen und so instandgestellt, dass sie den gesetzlichen Sicherheitsvorschriften (wieder) entsprechen. Baubeginn ist im Herbst mit einem Werkleitungsstollen von drei Metern Durchmesser.
Ebenfalls Teil des Projekts ist der neue Halbanschluss Spreitenbach. Es soll den Einkaufs- und Gewerbeverkehr auf der Autobahn behalten und so die Gemeinden Killwangen, Neuenhof, Spreitenbach und Würenlos entlasten. Die vom Autobahnlärm besonders geplagten Anwohnerinnen und Anwohner von Neuenhof dürfen wieder ruhigeren Zeiten entgegenblicken: Die Überdeckung Neuenhof schützt sie vor dem Verkehrslärm und verbindet die von der Autobahn entzweigeschnittenen Wohngebiete. Auf dem Dach der Überdeckung plant die Gemeinde Sportplätze.
Und schliesslich wollen Regierungsrat und Baudepartement die täglichen Staus reduzieren, und zwar rasch. Ende Juli wird eine Stauwarnanlage die Automobilistinnen und Automobilisten aus Richtung Bern zu gemässigteren Geschwindigkeiten und er-höhter Aufmerksamkeit auffordern. Der Regierungsrat hat zudem den Kredit für eine Anlage bei der Einfahrt Baden West beschlossen, die den Zufluss zur Autobahn bedarfsgemäss reguliert. Neben diesen konventionellen Massnahmen will der Kanton Aargau auch unkonventionelle Ansätze versuchen; das Baudepartement hat die beiden Experten Professor Heinz Gutscher, Psychologe an der Universität Zürich, und den Verkehrsplaner Stefan Schneider beuaftragt, neue Methoden im Um-gang mit dem "knappen Gut Strasse" auszuarbeiten. Es ist vorgesehen, mit dem Experiment nach den Sommerferien zu beginnen. Im Zentrum wird eine gezielte Information der potentiellen Benutzerinnen und Benutzer der A1 sein.
In den kommenden Wochen und Monaten wird das Baudepartement den Dialog mit betroffenen Personen, Verbänden und anderen Organisationen suchen und über das Vorhaben orientieren - auch oder gerade weil es politisch beschlossen ist und nur noch sehr beschränkt Einsprache erhoben werden kann. Teil dieser Information ist ein Pavillon beim Ostportal des Bareggtunnels (Eröffnung im Juni).