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Der Hallwilersee ist zu warm :
Milder Winter als zusätzliche Herausforderung für die Seesanierung

Trotz aktuellem Kälteeinbruch läuft die Seebelüftung bereits auf Sommerbetrieb. Der warme Winter kühlte den See nur ungenügend ab. Dies begünstigt ein frühes Algenwachstum.

Der Hallwilersee erlebte den seit Jahren mildesten Winter. Statt auf 4 Grad kühlte der See am Grund nur auf 5,2 Grad ab. Seit Anfang März hat das frühlingshafte Wetter die Seeoberfläche bereits wieder erwärmt. Tagsüber werden Wassertemperaturen von 8 bis 10 Grad erreicht. Entsprechend hat das Algenwachstum schon sichtbar eingesetzt und Burgunderblutalgen färben wie jedes Frühjahr die Wasseroberfläche rötlichbraun. Die Algenentwicklung ist aber mindestens um drei Wochen verfrüht.

Die frühe Wassererwärmung hat auch Auswirkungen auf den Betrieb der Seebelüftung. Im Winter wird die natürliche Durchmischung des Seewassers mittels Druckluftblasen unterstützt. Sauerstoffarmes Wasser vom Grund wird dabei zur Wasseroberfläche transportiert, wo es sich mit Sauerstoff aus der Atmosphäre sättigen kann. Wenn sich der See im Frühjahr erwärmt, wird diese Mischung unterbrochen, da kaltes Wasser schwerer ist als warmes. Vom Frühjahr bis Herbst muss daher das Tiefenwasser direkt belüftet werden. Dies geschieht mit feinen Sauerstoffblasen, die sich rasch im Wasser auflösen.

Die Abteilung für Umwelt hat auf die milde Witterung reagiert und bereits am 9. März 2007 auf die Belüftung mit Sauerstoff umgestellt. Normalerweise geschieht dies erst Anfang April.

Der milde und kurze Winter hat für den Sauerstoffhaushalt des Hallwilersees ungünstige Auswirkungen. Die Sättigung des Seewassers bleibt unvollständig. Das kühle Tiefenwasser bleibt im Sommer länger von der Atmosphäre isoliert. Möglicherweise muss dieses Jahr daher mehr Sauerstoff für die Belüftung eingesetzt werden.

Die Sanierung des Hallwilersees macht insgesamt aber trotzdem laufend Fortschritte. Der Phosphorgehalt nimmt von Jahr zu Jahr ab, die Vermehrung der Algen geht entsprechend zurück und der See ist nun im Sommer klar. Die Massnahmen zur Reduktion der Nährstoffbelastung zeigen Wirkung.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt