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Der Aargau saniert seine Burgruinen :
Zusammenarbeit von Kanton, Gemeinden, Eigentümern und Zivilschutz

Die Kantonsarchäologie Aargau lässt bis im Frühjahr 2009 alle vom weiteren Zerfall bedrohten Burgruinen sanieren. Es handelt sich verteilt über das ganze Kantonsgebiet um insgesamt elf Objekte. Die Arbeiten erfolgen mit Unterstützung der jeweiligen Standortgemeinden, der Eigentümer, der regionalen Zivilschutzorganisationen und freiwilliger Helferinnen und Helfer. Am Beispiel der Küttiger Burgruine Königstein wurde am Mittwoch das Sanierungsprogramm vorgestellt.

Der Kanton Aargau besitzt ca. 80 Schlösser, Burgen und Burgruinen. Etwa 20 davon sind Burgruinen mit sichtbaren Mauerresten, wovon der grösste Teil in den vergangenen Jahrzehnten saniert worden ist. Diese Anlagen müssen gepflegt, in periodischen Abständen kontrolliert und in vielen Fällen nachsaniert werden. Im Zuge eines Kontrollganges hat die Kantonsarchäologie 2004 insgesamt elf Burgruinen als sanierungsbedürftig ausgewiesen. Bis heute ist bereits mehr als die Hälfte der Burgen saniert bzw. nachsaniert worden ? die letzte soll im Frühling 2009 folgen.

Bessere Vermittlung der Burgruinen

Die Gesamtkosten aller Sanierungen betragen 350'000 Franken und werden durch die Eigentümer, den Kanton und den Bund geleistet. In diesem Betrag nicht enthalten sind die Leistungen diverser Zivilschutzorganisationen und Amtstellen sowie zahlreicher freiwilliger Helferinnen und Helfer. Die Kantonsarchäologie betreut und dokumentiert diese Arbeiten und unterzieht einige dieser Burgruinen einer bauarchäologischen Untersuchung. Gleichzeitig bemüht sie sich um eine bessere Vermittlung der Bauwerke an eine breite Öffentlichkeit mittels Führungen, Publikationen und der Errichtung von Informationstafeln. Im Anschluss an die erfolgten Sanierungsarbeiten erarbeitet die Kantonsarchäologie mit den jeweiligen Eigentümern ein Unterhalts- und Pflegekonzept, um den Erhalt der Burgruinen zu verbessern.

Königstein ? wenig bekannte Burgruine mit bewegter Geschichte

Die Sanierungskosten der Küttiger Burgruine Königstein betragen 23'500 Franken. Die Maurerarbeiten werden durch die Baugeschäfte Merz AG, Küttigen und Gebr. Sekinger AG, Würenlos ausgeführt. Die Einrichtung der Infrastruktur, sämtliche Transportdienste und viele kleine Arbeiten wie das Reinigen von Mauern oder das Mischen des Mörtels übernimmt die Zivilschutzorganisation Aare mit 16 Zivilschutzpionieren. Ziel ist die Nachsanierung von Mauerresten, die bereits 1989 gesichert worden sind und die erstmalige Sicherung des Mauerwerks, welches vom akuten Zerfall bedroht ist.

Die Burgruine Königstein liegt auf einem exponierten Felskopf hoch über der Benkenklus. Das einstige Aussehen der kleinen, durch eindrückliche Gräben geschützten Burg ist nicht bekannt. Gegründet wurde sie in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch die Herren von Kienberg, deren Zweiglinie sich ab 1300 nach der Burg nannte. Um 1400 wurde die Burg verlassen und zerfiel rasch zur Ruine. Die eindrücklichste Episode aus der Geschichte der Burg ist ein von 1278 bis 1281 dauernder Gerichtsprozess mit dem "bösen Vogt" Jakob von Kienberg als angeblichem Hauptangeklagten und seiner "Zwingburg" Königstein. Die von der Geschichtsforschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts unter dem Eindruck der Innerschweizer Befreiungsgeschichte geprägte Auslegung der Prozessurkunden ist mittlerweile widerlegt worden. Gemäss neuer Erkenntnisse bezeugen die Urkunden weder Schuld noch Unschuld des Kienbergers ? ebenso kann die Burg Königstein nicht als angebliche Hauptursache der Streitigkeiten gelten.

Folgende Objekte wurden oder werden saniert: Alt Tierstein in Gipf-Oberfrick (2005/2007), Freudenau in Untersiggenthal (2006), Laufenburg in Laufenburg (2006-2008 und 2009), Habsburg (Vordere Burg) in Habsburg (2007), Bürkli in Möhlin-Riburg (2007), Alt Wartburg in Oftringen (2007), Königstein in Küttigen (2008), Tegerfelden in Tegerfelden (2008), Alt Rued in Schlossrued (2008), Besserstein in Villigen (2008).

  • Departement Bildung, Kultur und Sport