Campus Brugg-Windisch: Regierungsrat legt dem Grossen Rat Kaufbotschaft vor
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Breite Zustimmung zur Kaufvorlage von 189,9 Millionen Franken in der Anhörungsphase
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat den Kauf der Hochschulflächen der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Campus-Neubau. Die Vorlage erhielt in der Anhörung breite Zustimmung. Stimmt der Grosse Rat zu, kann voraussichtlich mit dem Bau in der zweiten Jahreshälfte 2010 begonnen und der Schulbetrieb 2013 aufgenommen werden.
Die Anhörung bei Parteien, Verbänden und Interessierten zeigte, dass der vom Regierungsrat vorgeschlagene Erwerb der FHNW-Räumlichkeiten im Campus-Neubau sowie die Abwicklung der Finanzierung über die Finanzierungsgesellschaft Campus auf breite Zustimmung stossen. In der Botschaft an den Grossen Rat hat der Regierungsrat die in der Anhörung aufgeworfenen Fragen beantwortet.
Baustart im Herbst 2010
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat, die Hochschulflächen im Campus-Neubau für 189,9 Millionen Franken zu kaufen. Die Finanzierung soll über die bereits bestehende kantonale Finanzierungsgesellschaft Immobilien FHNW vorgenommen werden. Vorausgesetzt der Grosse Rat stimmt der Vorlage vor den Sommerferien zu und die Referendumsfrist läuft ungenutzt ab, kann mit dem Bau im Herbst 2010 begonnen werden. Die Baubewilligung wurde bereits am 30. November 2009 durch den Gemeinderat Windisch erteilt. Der Schulbetrieb der FHNW könnte somit 2013 in den neuen Räumlichkeiten aufgenommen werden.
Städtebaulicher Prozess für multifunktionalen Campus-Neubau
Der Campus-Neubau ist eingebettet in eine langjährige städtebauliche Planung (Vision Mitte), die in die Realisierung eines neuen, lebendigen, vom Verkehr entlasteten Bahnhofquartiers mündet. Das Investitionsvolumen in Hoch- und Tiefbauprojekte auf dem gesamten Campus Areal Brugg-Windisch beträgt knapp 500 Millionen Franken, wovon sich der Kanton Aargau und die FHNW mit rund 330 Millionen Franken beteiligen. Mit der Eröffnung des Campus-Neubaus 2013 wird der Campus 3000 Studierende und 1000 Mitarbeitende umfassen. Sämtliche Hochschuleinrichtungen der FHNW des Kantons Aargau werden somit an einem Standort vereint sein.
Veränderte Finanzmodalitäten infolge Finanzkrise führten zur vorliegenden Kaufbotschaft
Der Grosse Rat hat 2007 entschieden, dass der Kanton die FHNW-Räumlichkeiten im Campus-Neubau bei der HRS Real Estate AG (Bauherr und Totalunternehmer) mietet und an die Hochschule weitervermietet. Mit der Krise auf den Finanzmärkten haben sich die Bedingungen für Projektfinanzierungen verändert. Heute würde im Vergleich zum vom Grossen Rat verabschiedeten Modell anstelle eines variablen Zinssatzes ein fixer zur Anwendung kommen. Diese Änderung muss aus finanzrechtlichen Gründen dem Grossen Rat erneut unterbreitet werden.
Kauf der Schulflächen ist günstiger als eine Mietlösung
Der Regierungsrat hat sich in der Vereinbarung mit der HRS Real Estate AG im Jahr 2007 das Recht gesichert, bei Nutzungsbeginn die Schulflächen käuflich zu erwerben. Nun hat er entschieden, dem Parlament anstatt eines veränderten Mietmodells den Kauf des Stockwerkeigentums zu beantragen. Denn mit dem Kauf spart der Kanton je nach Zinsentwicklung jährlich zwei bis vier Millionen Franken. Zusätzlich ergibt sich eine einmalige Einsparung von knapp 3,7 Millionen Franken, weil der Kanton gegenüber dem Totalunternehmen für die Bauphase als Kreditgeber auftritt. Mit diesem Vorgehen erfüllt der Regierungsrat auch den Auftrag des Grossen Rates, ihm vor Nutzungsbeginn eine Botschaft über den Erwerb des Stockwerkeigentums zu unterbreiten.
Weitere Informationen zum Campus im Internet: www.ag.ch/campus