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Brückenbau zwischen Schule und Berufswelt :
10. Schuljahre öffnen neue Lebens- und Berufsperspektiven

Jährlich bereiten sich 700 Jugendliche im 10. Schuljahr auf die Berufslehre vor. Der Regierungsrat lädt die Öffentlichkeit zur Stellungnahme ein: Wie sollen die rein schulischen und die mit Praktika kombinierten Angebote künftig in den Regionen ausgestaltet und organisiert werden?

In Brückenangeboten überprüfen schulentlassene Jugendliche ihre Berufswahl. Sie erweitern ihr Wissen und Können, um "tope à jour" für die Berufslehre zu werden. Kanton und Gemeinden finanzieren heute ein halbes Dutzend Schulträgerschaften für Brückenangebote. Zur Zeit gibt es über 20 Standorte im Kanton. Der Regierungsrat beabsichtigt alle Angebote künftig in den kantonalen Schulen für Berufsbildung zu konzentrieren und zu koordinieren.

Eidgenössisches und kantonales Recht vollziehen

1999 beauftragte der Regierungsrat die Abteilung Berufsbildung und Mittelschule eine Neuordnung auszuarbeiten. Die Trägerschaften sollen gestrafft werden. Überwiesene Motionen im Grossen Rat verlangen zudem den Vollzug des Schulgesetzes und die Kantonalisierung des zehnten Schuljahres. Die heute bestehenden rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Ungerechtigkeiten gilt es aufzuheben. Die Gemeinden sollen jährlich um 1 Mio. Fr. entlastet werden. Bund und Verfassung verlangen vom Kanton Massnahmen für Schulabgänger/innen, die sich auf eine Berufslehre vorbereiten möchten. Der Bund beabsichtigt die Kantone dabei auch finanziell zu unterstützen.

Vom Pilot zur rechtlichen Umsetzung

Seit drei Jahren steht das Weiterbildungsjahr Fricktal in Rheinfelden im Aufbau. Mit diesem Pilot wird ein interkantonal wegweisendes Modell für die 10. Schuljahre erprobt und extern evaluiert. Die Lehrpersonen fordern und fördern die Lernenden individuell, damit diese im Lernstudio möglichst selbstständig an ihren unterschiedlichsten Lernbedürfnissen arbeiten. Die angehenden Lehrlinge bauen ihre Lerndefizite ab und ihre individuellen Stärken berufs- und lebenszielorientiert aus.

Einladung zur Anhörung

Der Regierungsrat gibt Bericht und Entwurf zur Totalrevision des Dekrets "Kantonale Schulen für Berufsbildung" bis zum 23. Februar 2003 in die Vernehmlassung. Der Dekretsentwurf sieht vor, dass nebst Aarau eine zweite Schule frühestens ab 2006 im Raum Baden/Brugg zu eröffnen ist. Ausgelagerte Klassen der Stammschulen sollen weiterhin in Rheinfelden und ab 2004 zusätzlich in Wohlen geführt werden können.

Lernen, wachsen, bewerben, Lehrling werden

Brückangebote fördern die Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz im Hinblick auf die angestrebte berufliche Laufbahn. Mit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen die zehnten Schuljahre die Jungendlichen bei der Berufswahl und bei der Suche nach einem angemessenen Ausbildungsplatz. Voraussetzung für die Aufnahme ist die Absolvierung der 4. Klasse Oberstufe, das noch nicht erreichte 19. Altersjahr sowie der Nachweis von Lern- und Leistungsbereitschaft.

Zusätzliche Informationen unter: http://www.ag.ch/berufsbildung/bruecken.htm

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