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Branchenvereinbarung zum ökologischen Ausgleich in Kiesgruben :
Pionier-Lösung des Verbandes der Kies- und Betonwerke Aargau und des Baudepartements

Der Verband der Kies- und Betonwerke Aargau (VBK) und das Baudepartement haben eine innovative Branchenver-einbarung zum ökologischen Ausgleich in Kiesgruben ausgehandelt, welche in der Schweiz einzigartig ist. Die Vereinbarung räumt den Kiesabbau-Unternehmungen einen grösseren Spielraum bei der Erfüllung der ökologischen Auflagen ein und schafft gleichzeitig wertvolle neue Standorte als Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Offene Kiesgruben sind nicht nur wichtige Rohstofflieferanten, sie beherbergen auch eine erstaunliche Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Inmitten von intensiv genutzten Kulturlandschaften können hier bei geeigneten Voraussetzungen eigentliche Oasen für die Natur entstehen. Die durch den Kiesabbau für eine gewisse Zeit freigelegten Flächen entsprechen vom Charakter her Auenlandschaften und bieten damit vielen bedrohten Arten Lebensräume.

Schweizerische Pionier-Leistung

In einer Branchenvereinbarung zwischen dem Verband der Kies- und Betonwerke Aargau (VKB) und dem Baudepartement des Kantons Aargau, welche am 22. April 2005 von VKB-Präsident Ernst Frey und Regierungsrat Peter C. Beyeler, Vorsteher des Baudepartements, unterzeichnet wurde, ist nun der Umgang mit diesen Lebensräumen auf innovative Weise neu geregelt. Bisher musste in den Gruben nach dem Kiesabbau und der anschliessenden Rekultivierung eine gewisse Fläche des Abbauperimeters als so genannter "ökologischer Ausgleich" ausgewiesen werden. Gemäss der neuen Branchenvereinbarung kann der Kiesabbauer nun den ökologischen Ausgleich - neben der bisherigen Lösung - auch schon während des Abbaus erbringen. Die Kontrolle des neuen Systems "Wanderbiotop" (Vergleich zwischen Ist-Zustand und geplanten Zielen) wird dabei der Stiftung Natur und Wirtschaft übertragen.

Mit dieser innovativen Lösung gewinnen beide Seiten: Der Kiesabbau-Unternehmer hat mehr Freiheiten in der Regelung des Abbaus und die Möglichkeit, den ökologischen Ausgleich in seinem Kernbereich - der offenen Kiesgrube - zu leisten. Die Natur gewinnt zudem wertvolle neue Flächen für bedrohte Tiere und Pflanzen, indem das grosse Potenzial des Lebensraumes Kiesgrube besser und gezielter genutzt wird als bisher.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt