Bodenverteilung neu geregelt und Bünz renaturiert
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Der Lauf der Bünz wurde renaturiert, eng koordiniert mit der "Modernen Melioration Boswil"
Mit der "Modernen Melioration Boswil" will das Departement Finanzen und Ressourcen (DFR) die Bewirtschaftung des Eigenlandes vereinfachen und die Pachtflächen in Boswil bereinigen. Eng damit verbunden ist die Renaturierung der Bünz durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss.
Die Bünz entspringt am Lindenberg oberhalb von Beinwil im Freiamt und mündet nach rund 25 Kilometern bei Wildegg in die Aare. Bis vor wenigen Jahren war die Bünz auf rund zwanzig Kilometern ein künstlicher Kanal. Auf diese Weise hatte man einst die Sumpfgebiete entlang der Bünz entwässert und Platz für Ackerland gewonnen. Der künstliche Flusslauf hatte aber auch Nachteile: Die Zahl der tierischen Flussbewohner und auch der Vögel hat abgenommen, und verschiedene Pflanzen sind ganz verschwunden.
In den letzten sieben Jahren wurde nun der Lauf der Bünz auf einer Länge von 10 Kilometern renaturiert. Die neue Linienführung ist leicht geschwungen, die Sohlbreite und damit auch die Strömungsgeschwindigkeit variiert. Eine Untersuchung zeigt: Im neuen Bachbett leben viel mehr Fische, und es sind Fischarten dazu gekommen, die es vorher hier nicht gab. Und da der Fluss insgesamt doppelt so viel Platz hat als bis anhin, wird die Abflusskapazität und damit auch der Hochwasserschutz verbessert. Gleichzeitig ist ein attraktiver Erholungsraum für die Bevölkerung entstanden. Die Kosten für die Renaturierung, welche die Gemeinden Boswil und Bünzen, Bund und Kanton gemeinsam tragen, belaufen sich auf 2 Millionen Franken.
Die Renaturierung der Bünz wurde eng mit der "Modernen Melioration Boswil" koordiniert. Dies hatte den Vorteil, dass viele Tätigkeiten, etwa Landbereitstellung, Bau, Wegnetz und Vermessung kombiniert werden konnten. Die Melioration hat zum Ziel, die Bewirtschaftung durch die Zusammenlegung des Eigenlandes und Bereinigung der Pachtflächen zu vereinfachen. Die ursprünglich 730 Parzellen wurden zu 190 Parzellen zusammengefasst und neu verteilt. Ausserdem wurden die Grund- und Quellwasserschutzzonen gesichert, Wege verbessert und die Kantonsstrasse durch einen neuen Parallelweg entlastet. Die Landschaft wird mit Magerwiesen, Hecken, Hochstammobstbäumen und Wildtierkorridoren aufgewertet. Die Melioration umfasst eine Fläche von 734 Hektaren, daran beteiligt sind über 200 Grundeigentümer. Die Projektkosten betragen gute 12 Millionen Franken, wovon Bund und Kanton knapp 70 Prozent tragen, der Rest wird von der Gemeinde und den Grundeigentümern finanziert.