Beiträge für das individuelle Kulturschaffen
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Übergabe der Kuratoriums-Beiträge Theater/Literatur, Bildende Kunst und Rock/Pop
Beiträge in der Gesamthöhe von Fr. 532?000 haben die Jurierungen des Aargauer Kuratoriums in den Bereichen Theater und Literatur, Bildende Kunst und Rock/Pop diesen Spätsommer an individuelle Aargauer Kulturschaffende vergeben.
Die Beiträge werden am Samstag, 22.9.01, 10.30h, im Rahmen einer öffentlichen Feier in der Dépendance des Aargauer Kunsthauses in der Bally-Halle (Bahnstrasse 43) in Schönenwerd übergeben. Gleichzeitig findet die Vernissage der Ausstellung "Aargauer Kuratorium - Kunstkredit 2001" statt.
Individualförderung von grossem Interesse und mit grosser Wirkung
Die Zahl der Anmeldungen zu den einzelnen Jurierungen lag dieses Jahr erstaunliche 50% über dem Vorjahr, während das zur Verfügung stehende Budget in den meisten Sparten unverändert blieb, das heisst, die Massstäbe strenger gesetzt wurden.
Rund 15% seines Globalbudgets oder gegenwärtig knapp Fr. 725'000 setzt das Aargauer Kuratorium jährlich für die Förderung des individuellen Kulturschaffens ein und vergibt im Rahmen von Jurierungen von Werkproben Beiträge an das künstlerische Schaffen oder Atelieraufenthalte. Im Bereich Rock/Pop spricht es zudem Projekt- und CD-Produktionsbeiträge.
Ein Atelieraufenthalt oder eine Schaffensphase mit gemildertem Erwerbsdruck aufgrund eines finanziellen Beitrags wird häufig zu einem Meilenstein in der individuellen künstlerischen Entwicklung. Auch dieses Jahr finden sich unter den Beitragsempfängerinnen und -emfpängern eine ganz Reihe von Kulturschaffenden, die schon in diesen Wochen oder aber in nächster Zukunft von sich reden machen.
Literatur und Theater
11 von 43 Texteingaben erhielten dieses Jahr Beiträge, 10 einen finanziellen Beitrag an das künstlerische Schaffen (gesamthaft Fr. 172'000), 1 einen sechsmonatigen Atelieraufenthalt in London mit Fr. 12'000 als Beitrag an die Lebenshaltungskosten.
Adams Kostüm und andere Glanzlichter
Die Jury hatte das Vergnügen, "Adams Kostüm" von Klaus Merz als Werkprobe zu beurteilen. Die Erzählung ist inzwischen zusammen mit zwei anderen als Buchpublikation von Markt und Kritik geradezu mit Begeisterung aufgenommen worden. Vom Aargauer Kuratorium erhielt der Autor für seine Eingabe den Maximalbeitrag von Fr. 30'000. Auch ein noch weniger bekannter Autor, Christian Haller, erhielt Fr. 30'000 als Beitrag an das künstlerische Schaffen für sein Projekt "Das schwarze Eisen", der vielversprechenden Fortsetzung von "Die verschluckte Musik", dem ebenfalls in diesen Tagen von der Kritik mit grosser Bewunderung aufgenommenen, subtil und vielschichtig erzählten Roman.
Erstmals Atelieraufenthalt für Kulturvermittlerin im Bereich Theater
Im Bereich Theater vergab die Jury gesamthaft Fr. 36'000, davon einen Beitrag an das künstlerische Schaffen an Werner Bodinek in Anerkennung seiner vielfältigen Tätigkeit für das Aargauer Theaterschaffen und zweimal Fr. 6'000 als Beiträge an die Lebenshaltungskosten von zwei dreimonatigen Atelieraufenthalten in Berlin. Einer dieser Atelieraufenthalte wurde Anita Rösch Egli, der Leiterin des ThiK Theater im Kornhaus Baden, für ihre kulturvermittelnde Tätigkeit im Kanton Aargau zugesprochen.
Ausstellung im Aargauer Kunsthaus in Schönenwerd und Beiträge für Kunstschaffende
Aus insgesamt 87 Bewerbungen mit 2 Gemeinschaftsarbeiten hat die Jury Bildende Kunst 25 Künstlerinnen und Künstler in die Ausstellung "Aargauer Kuratorium - Kunstkredit 2001" - zu Gast in der Dépendance des Aargauer Kunsthauses in Schönenwerd - aufgenommen. 13 davon wählte die Jury für Beiträge an das künstlerische Schaffen in der Höhe von Fr. 184'000 und 5 für je sechsmonatige Atelieraufenthalte in Berlin, Paris und Prag und damit verbundene Beiträge an die Lebenshaltungskosten von je Fr. 12'000 aus.
Das Porträt in sehr eigenständiger motivischer Ausformung
Aus der Vielfalt von konventionelleren und neueren künstlerischen Positionen seien zwei Porträtarbeiten von Sonja Feldmeier herausgegriffen. In ihrer Videoinstallation "Pot Luck" lässt sie Menschen anhand eines Essens, d.h. mit Hilfe von Basilikum auf der Pizza, Gurken im und neben dem Teller, Brötchen u.s.w. ihre Wohn- und Lebenssituation schildern. Die Person ist nie im Bild, aber wir hören gebannt ihrer Stimme zu, folgen Fingern und Besteck zwischen Gemüse und Beilagen und lassen in unserer Vorstellung das Individuum entstehen. Anders die "Phantombilder" von Sonja Feldmeier: Menschen charakterisieren ihr Idol, ohne es zu benennen. Mit Hilfe eines Phantombild-Zeichnungs-programms der Polizei zeichnet die Künstlerin Elvis Presley oder Romy Schneider. Transformierte Aussagen von Fremden stehen gegen unsere Bilderinnerung - in undidaktischer und eindrücklicher künstlerischer Umsetzung.
Die zweite Rock/Pop-Jurierung - mit Rekordbeteiligung
Meldeten sich letztes Jahr erst 12 Musikerinnen und Musiker oder Bands für die erstmals durchgeführte Rock/Pop-Jurierung an, waren es diesmal 46. Die Gesamtsumme von Fr. 68'000 verteilt sich auf 12 der Eingaben: 4 erhalten Beiträge an das künstlerische Schaffen in der Gesamthöhe von Fr. 29'000, 3 Projektbeiträge in der Höhe von 13'000 und 5 CD-Produktionsbeiträge in der Höhe von Fr. 26?000.
Etabliertere und ganz junge mit gleichen Chancen
In allen Jurierungen ist die künstlerische Qualität der wesentlichste Massstab. Das Guitarrenduo Agua Fresca veröffentlichte vor zwei Jahren eine CD, welche ihnen zu grosser Bekanntheit verhalf. Das neue Projekt überzeugte die Jury derart, dass sie den beiden Musikern Stephan Hunziker und Ruedi Vögeli einen Beitrag an das künstlerische Schaffen zusprach. Während die beiden doch schon über 30 Jahre alt sind, gelang es auch dem erst 18-jährigen Steven Parry, die Jury für einen Projektbeitrag zu überzeugen. Der Jurybericht vermerkt "Nicht nur die Qualität seiner Songs und der Gehalt seiner Texte, sondern auch die Quantität der in so jungen Jahren eingespielten Eigenkompositionen haben das Aargauer Kuratorium dazu bewogen, ihn mit einer Starthilfe für sein schon im Teenageralter unermüdliches Schaffen zu fördern und für seine weitere Laufbahn anzuspornen."