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Bei der Gestaltung der grössten Auenfläche im Aargau kann die Bevölkerung mitwirken :
Schachen Rohr-Rupperswil

Vier Monate nachdem der Grosse Rat das Sachprogramm Auenschutzpark verabschiedet hat, folgen den Worten die Taten: Im Gebiet zwischen Aarau und Rupperswil-Auenstein soll auf über 350 Hektaren die grösste Auenfläche des Kantons Aargau zu neuem Leben erweckt werden. Die Mitwirkung der Bevölkerung ist gefragt.

Das Konzept will mehr Wasser in die Auenwälder bringen und sieht eine dynamische Flussstrecke, Riedwiesen und die Schaffung eines grossen Altarmes vor. Mit einem am Montag in Rohr vorgestellten Informationsfaltblatt lanciert das Baudepartement das Projekt in der Öffentlichkeit und will die Mitwirkung der betroffenen Gemeinden und der Bevölkerung im Gebiet zukünftig noch verstärken. Zu diesem Zweck veranstaltet das Baudepartement am Montag, 25. Mai 1998, um 20.00 Uhr in der Aula der Gemeinde Rohr eine Informationsveranstaltung.

Die Weiterbearbeitung wird zügig und in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden und Landeigentümern an die Hand genommen. Die weitere Planung und Umsetzung erfolgt schrittweise, damit es unter Einbezug der laufend gewonnenen Erfahrungen möglich wird, die besten Lösungen zu realisieren. Mit den ersten baulichen Umsetzungen ist etwa ab dem Jahre 2003 zu rechnen.

Eines der grössten Auengebiete der Schweiz

Der Auenschutzpark Rohr-Rupperswil ist Bestandteil des Sachprogramms Auenschutzpark Aargau. Das mit 375 Hektaren grösste Auenobjekt im Kanton Aargau ist im kantonalen Richtplan enthalten. Selbst im schweizerischen Vergleich gehört die Aarelandschaft zwischen Rohr und Rupperswil zu den flächenmässig bedeutendsten Auengebieten.

Ein Team von Fachleuten hat Vorschläge zur Aufwertung dieser Auenlandschaft ausgearbeitet. Diese berücksichtigen sowohl die Landschaftsgeschichte als auch die ökologischen Standorteignungen und Entwicklungspotentiale der einzelnen Teilgebiete. Eine Kommission, bestehend aus Vertretern der betroffenen Gemeinden, der zuständigen kantonalen Fachstellen und den Betreibern der Wasserkraftwerke, hat diese Konzeptarbeit begleitet.

Vielfältige Massnahmen geplant

Der Katalog möglicher Massnahmen ist vielfältig: Im Rohrer Schachen soll - mit dem Staffeleggzubringer - durch die Rückverschiebung des Hochwasserdammes der Auenwald zu neuem Leben erweckt werden. Ein grosser Altarm der Aare im Aareschächeli soll dafür sorgen, dass der Rohrkolben in der Gemeinde Rohr noch häufiger wird. Unterhalb der Martiloo-Brücke zwischen Auenstein und Rupperswil sollen der Aare wieder ein paar kleine Freiheiten gewährt werden. Neue Flussinseln mit Kies- und Sandbänken könnten so entstehen und für die Fischfauna wertvolle Laichplätze bilden. Vielleicht wird sich der Biber schon bald zu Füssen der Gemeinden Biberstein und Auenstein wieder wohlfühlen. Die bereits heute einmaligen grundwassergespiesenen Wasserläufe, Giessen genannt, werden verbessert werden und geeignete Flächen im Offenland zu Riedflächen extensiviert.

Es versteht sich von selbst, dass die Aufwertungsmassnahmen auch bauliche Eingriffe nötig machen. Dabei lässt man sich vom Grundsatz leiten, die Entwicklung auentypischer Lebensräume nur in Gang zu setzen; alles Weitere wird der Dynamik des Aarewassers sowie der spontanen Vegetationsentwicklung überlassen. Der Mensch schreibt das Drehbuch; die Natur führt Regie.

Mensch als Gast

Mit dem Vorhaben wird weder das Kraftwerk abgerissen noch werden wichtige Verkehrsverbindungen aufgehoben. Im Gegenteil: Ein wichtiger Teil der Massnahmen ist als ökologische Ersatzleistung für die am Rande des Gebietes geplante Staffeleggstrasse vorgesehen. Die Trinkwassergewinnung aus dem wichtigsten aargauischen Grundwasservorkommen ist auch langfristig sichergestellt. Im aufgewerteten Auengebiet wird der Mensch als Gast von zahlreichen neuen Möglichkeiten der Naturbegegnung und des Naturerlebnisses profitieren können. Die Erholungsaktivitäten sind weiterhin möglich. Für die betroffenen Bauern sind einzelbetriebliche Lösungen mit Entschädigung von ökologischen Leistungen vorgesehen. Die rechtsgültigen Bauzonen der Gemeinden werden respektiert.

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