Begabungsförderung als wichtiger Baustein der Schulqualität
:
Ergebnisse der Evaluation Begabungsförderung
Das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) hat das Institut für Bildungs- und Forschungsfragen beauftragt, aus unabhängiger externer Sicht die Stärken und den Entwicklungsbedarf bei besonderen begabungsfördernden Massnahmen aufzuzeigen. Insgesamt wird der vom Kanton Aargau eingeschlagene Weg als modellhaft bezeichnet.
In die Studie einbezogen wurden die sogenannten Gruppenangebote, drei integrative Projekte, welche die Fachhochschule Aargau mit Unterstützung des Departementes Bildung, Kultur und Sport (BKS) realisiert hat sowie das Sportprojekt Niederlenz.
Als Stärke bezeichnet die Studie in erster Linie die eindeutige Wirksamkeit der untersuchten begabungsfördernden Angebote: Die Schulleistungen der geförderten Schülerinnen und Schüler sind deutlich besser geworden, Selbstbewusstsein und Motivation wie auch Schulfreude und Lust am Lernen sind markant gestiegen. Eltern und geförderte Schülerinnen und Schüler äussern sich über die ergriffenen Massnahmen vorwiegend positiv. Die Kunstturner im Projekt Niederlenz haben sowohl im turnerischen als auch im schulischen Bereich Fortschritte erzielt.
Hohe Wirksamkeit bei integrativen Angeboten
Die Studie zählt die integrativen Angebote der Fachhochschule im sprachlichen, mathematischen und visuell-räumlichen Bereich zu den entwicklungswürdigs-ten Elementen der aargauischen Begabungs-förderung. Besonders deutlich zeigt sich in diesen Projekten der Wille der Klassenlehrpersonen, begabungsstimulierende Lernumgebungen zu schaffen.
Entwicklungsbedarf bei Gruppenangeboten
Bei den Gruppenangeboten zeigen die Ergebnisse der Studie gleichzeitig vier Punkte mit Entwicklungsbedarf auf. So sollten die Auswahlverfahren systematischer vorgenommen und die Angebote vermehrt von ganzen Kollegien initiert werden. Im Weiteren sollten die Angebote stärker auf selbst gewählte Problemstellungen, auf das Training von Denkfertigkeiten und kreative Anwendungen ausgerichtet und die Rückkoppelung mit dem Klassenunterricht sicher gestellt sein.
Aargauer Weg ist modellhaft
Insgesamt attestiert die Evaluatorin, Frau Dr. Margrit Stamm, dass der eingeschlagene Weg des Kantons Aargau modellhaft ist. Allerdings hat die Evaluation auch klar gemacht, dass eine wegweisende Verordnung und fundierte Umsetzungshilfen nicht automatisch eine konsequente Begabungsförderung nach sich ziehen. Herzstück bilden die einzelnen Schulen, Fachleute und Behörden, welche die pädagogische Herausforderung mittragen, das richtungsweisende Modell des Kantons Aargau umzusetzen.
Die Website www.begabungsfoerderung.ch informiert unter >Kantone >AG laufend über aktuelle Entwicklungen im Kanton Aargau. In der Rubrik "Exemplarische Projekte" finden sich auch die Detailbeschriebe und Materialien der integrativen Projekte der Fachhochschule Aargau sowie empfehlenswerte Praxisbeispiele. Die Studie ist ebenfalls als Download verfügbar.
Statement von Regierungsrat Rainer Huber zur Studie
"Begabungsförderung ist für mich ein wichtiger Baustein zur Entwicklung von Schulqualität und ich freue mich, dass die Studie den eingeschlagenen Weg des Kantons Aargau als modellhaft einstuft. Es freut mich besonders, dass die Leistungsentwicklung der Kinder und Jugendlichen in den drei begabungsfördernden Projekten der Fachhochschule Aargau ausgewiesen ist. Ich bin überzeugt, dass der Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen schulischen Bedürfnissen vermehrt integrativ angegangen werden sollte - sowohl für leistungsstarke als auch für leistungsschwache Kinder. Das Departement BKS wird alles daran setzen, die Lehrpersonen bestmöglichst bei ihrer Arbeit zu unterstützen. So wird bereits im nächsten Jahr von der Fachhochschule Aargau ein Nachdiplomkurs "Begabungsförderung" angeboten.
Schliesslich wünsche ich mir, dass die guten Praxisbeispiele und die reichhaltigen Materialien, welche bereits zur Verfügung stehen, auf fruchtbaren Boden fallen und möglichst viele Lehrpersonen davon profitieren wollen. Ich danke den engagierten Lehrkräften, welche diesbezüglich vorbildliche Pionierarbeit geleistet haben."