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Bedeutende Sammlung der Aargauer Glasmalerei in Buchform :
Geschichtliche Zeugnisse einem breiten Publikum zugänglich machen

Der Kanton Aargau ist bekannt für die Glasmalerei aus dem Mittelalter, denen als Kulturgut eine europäische Bedeutung zukommt. Erstmals werden in einer vierteiligen Buchreihe, die wichtigsten Scheiben systematisch und auch für Laien verständlich und mit vielen Bildern dargestellt. Die Buchvernissage fand im Rathaus von Rheinfelden statt.

Im Kanton Aargau ist einer der grössten und bedeutendsten schweizerischen Bestände an Glasmalereien erhalten geblieben. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat unter der Projektleitung des Verantwortlichen für Kulturgüterschutz des Kantons Aargau, Franz Jaeck, eine vierteilige Publikationsreihe erarbeitet. Bereits 1998 hatte die Regierung für diese umfassenden Arbeiten einen Kredit für 1,4 Mio. Franken gesprochen. Die nun publizierte Buchreihe fasst die Aargauer Bestände aus dem Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhundert in vier Bänden zusammen.

Speziell an dem Buchprojekt ist, dass es die erste vollständige Sammlung der Aargauer Glasmalerei aus dieser Zeit darstellt und Dank der spektakulären Bebilderung, die Scheiben sowohl für Fachkreise als auch für Laien zugänglich macht.

In seiner Ansprache unterstrich Kulturdirektor Rainer Huber diesen Aspekt: So wie diese Buchreihe angelegt sei, werde ein wertvolles Stück Kulturgeschichte aus dem Aargau zugänglich. Als Kanton mit den meisten Glasscheiben nehme der Aargau mit dieser Publikation zu Recht eine Vorbildfunktion ein. Für Rainer Huber sei es Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass dieser Kulturschatz auch unseren Nachfahren zur Verfügung stehe. Dazu gehöre einerseits die Pflege des Kulturguts selber, anderseits aber auch dessen Dokumentation und Aufbereitung für ein breites Publikum.

Dr. Stefan Trümpler, Leiter des Schweizerischen Forschungszentrums für Glasmalerei, äusserte anlässlich der Vernissage, dass die Aargauer Veröffentlichung auf internationaler Ebene grosse Aufmerksamkeit bekommen dürfte. Einerseits weil die drei Bände Teil des "Corpus Vitrearum" werden, wie die für Glasscheiben 70 Bände umfassenden wissenschaftlichen Reihe heisst. Andererseits seien die Aargauer Glasscheiben vor allem für das 16. bis 18. Jahrhundert exemplarisch für die Schweiz und zählten zu den wichtigsten Zeugnissen der kulturellen Vergangenheit unseres Landes.

Dass das Werk grossen Anklang findet, hat auch Projektleiter Franz Jaeck feststellen dürfen. Bereits seien mit der Subskription für über 100'000 Franken Bücher bestellt worden. Weiter führte er aus, dass bei der Bestandesaufnahme vor allem im Bereich der Kirchen und Rathäuser einige Scheiben angetroffen wurden, bei denen dringend Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten notwendig waren. Erfreulicherweise hätten viele Besitzer die Anregungen für Restaurierungsarbeiten positiv aufgenommen. So seien an vielen Orten Schutzverglasungen angebracht und dringende Restaurierungen durchgeführt worden.

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