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"basic-check" - ein Beitrag zur ganzheitlichen Eignungsabklärung :
Schnuppertag und Gespräche bleiben unverzichtbar

Auf der Lehrstellensuche absolvieren neuerdings viele Jugendliche den durch die Privatwirtschaft lancierten "basic-check"; eine Mischung zwischen Schulleistungsprüfung und Eignungsabklärung. Da die Anzahl der Geprüften auch im Aargau zunimmt, sieht sich das BKS zu einer Stellungnahme veranlasst.

Der unter dem Patronat von Lehrmeistervereinigungen verschiedener Berufsgruppen und Branchen entwickelte basic-check - eine "Abklärung am Computer" - bietet für die auswählenden Unternehmen viele nachvollziehbare Vorteile. Für sie entfällt die Erstauswahl von Hunderten von Jugendlichen weg, die Kosten von 60 bis 80 Franken (je nach Kanton) werden von den Prüflingen selber getragen. Kleinunternehmen können sich eine aufwändige Vorabklärung ersparen und sind so eher bereit, Lehrstellen anzubieten. Umgekehrt müssen Jugendliche nicht mehrfach für immer wieder ähnliche Aufgaben in verschiedenen Betrieben antreten: Die Auswertungen werden in den ausführenden Kantonen (darunter AG, SO, BL, BS, LU) gegenseitig anerkannt.

Sinnvoller Baustein unter bestimmten Voraussetzungen

Das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) erachtet den basic-check als sinnvollen Baustein innerhalb der gesamten Berufsauswahl. Als Ergänzung zum Schulzeugnis kann der Test durchaus einen nützlichen Beitrag zu einer ganzheitlichen Eignungsabklärung leisten. Allerdings können weder der basic-check als punktuelle Abklärung noch das Zeugnis, das Auskunft über langfristige Entwicklungen gibt, voraussagen, wie sich die Jugendlichen an ihrer gewählten Lehrstelle entwickeln werden. Schnuppertage und Gespräche bleiben unverzichtbar. Die Frage, ob sich ein junger Mensch für eine bestimmte Ausbildungsstelle eignet, ist umfassend anzugehen. Neben Schulwissen und Denkfähigkeiten sind Schlüsselqualifikationen (sogenannte überfachliche Kompetenzen), Interesse, Motivation und Berufsreife ebenso wichtige Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Berufswahl. Zudem müssen die Persönlichkeiten von Auszubildenden und Lehrmeistern möglichst gut zusammenpassen.

Entwertung des Schulzeugnisses?

In der Frage, ob der basic-check die Schulzeugnisse tendenziell entwerte oder gar zu einem heimlichen Lehrplan führe, vertritt das BKS folgende Haltung: Die punktuelle Messung von ausgewählten Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zudem stark auf männlich geprägte Berufszweige ausgerichtet ist, kann das Zeugnis ergänzen, darf dieses aber keinesfalls ersetzen. Das Zeugnis gibt Auskunft über das, was am Ende der Schulzeit das persönliche Wissen und Können in ausgewählten Lernbereichen in einer bestimmten sozialen Umgebung ausmacht. Die offensichtlich heute nicht mehr genügende Aussagekraft des Zeugnisses könnte mit einer Lernzielorientierung der Schulnoten und differenzierten Aussagen über Schlüsselqualifikationen (z.B. Problemlösekompetenzen) wesentlich gestärkt werden - nicht nur hinsichtlich der Berufsbildung.

Sollte der ursprünglich auf technisch-industrielle Berufe ausgerichtete basic-check auf weitere Berufszweige (z.B. KV- oder Gesundheitsberufe) übertragen werden, wären nach Ansicht des BKS inhaltliche und formale Anpassungen erforderlich. Zudem ist auf strikte Einhaltung des Datenschutzes weiterhin grosser Wert zu legen.

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