Baldeggtunnel kann die vorgegebenen Ziele nur teilweise erfüllen
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Kanton prüft im Rahmen des bestehenden Projekts zusammen mit den Regionen weitere Varianten
Der Baldeggtunnel soll das Untere Aaretal ans Nationalstrassennetz anbinden sowie die Agglomerationen Baden und Brugg vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Kosten für die Realisierung sind mit rund 1 Milliarde Franken für den erwarteten Nutzen zu hoch und einzelne Probleme sind noch ungelöst. Die Variante "Baldeggtunnel mit Umfahrung Untersiggenthal" kann deshalb gestützt auf die vorliegende Schlussbeurteilung nicht zur Umsetzung empfohlen werden. Zusammen mit den betroffenen Regionen werden die Ziele weiterverfolgt und weitere Varianten geprüft.
Mit einer Interpellation von Theo Vögtli im Grossen Rat wurden im März 2005 die Abklärungen für eine Anbindung des Unteren Aaretals an die A1 mit gleichzeitiger Entlastung der Agglomerationen Baden und Brugg angestossen. Aus einem breiten Variantenvergleich ging schliesslich der Baldeggtunnel als beste Option hervor.
Der Grosse Rat hat im September 2011 die Variante "Baldeggtunnel mit Umfahrung Untersiggenthal" als Zwischenergebnis in den kantonalen Richtplan aufgenommen. Die Weiterbearbeitung dieser Variante war demnach ein Auftrag aus dem Richtplan. Dazu waren ergänzende Abklärungen zu den wesentlichen räumlichen Auswirkungen (Zweckmässigkeitsbeurteilung) notwendig.
Baulich und verkehrstechnisch machbar, Kosten-Nutzen-Verhältnis ungenügend
Die nun vorliegende Zweckmässigkeitsbeurteilung zeigt, dass die Variante "Baldeggtunnel mit Umfahrung Untersiggenthal" baulich und verkehrstechnisch zwar machbar wäre, der Weg auf die Autobahn aber zum Teil mit längeren Wartezeiten für die Verkehrsteilnehmenden verbunden wäre. Mit der prognostizierten Verkehrsentwicklung würde der Baldeggtunnel schon von Anfang an bis an die Kapazitätsgrenzen ausgelastet und der Zufahrtsverkehr auf die A1 in Richtung Bern dürfte in den Spitzenzeiten nur dosiert einfahren.
Die Konflikte im Umweltbereich wären bei einer weiteren Bearbeitung des Projekts noch genauer zu betrachten und das Projekt entsprechend zu optimieren. Schliesslich ist auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis ungenügend, da die Investitionskosten von rund einer Milliarde Franken (+/- 30%) im Verhältnis zum volkswirtschaftlichen Nutzen zu hoch sind. Zudem ist die Finanzierung nicht gesichert.
Der grösste positive Nutzen wäre bei der Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung im Unteren Aaretal und im Raum Siggenthal zu erwarten, auch wenn das angenommene Wachstum mit drei bis fünf Prozent eher gering ausfallen würde.
Zusammen mit den Regionen weitere Varianten prüfen
Die Variante "Baldeggtunnel mit Umfahrung Untersiggenthal" wird gestützt auf die umfangreichen Untersuchungen nicht zur Umsetzung empfohlen. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) wird nun zusammen mit den betroffenen Regionen weitere Varianten prüfen, welche die ursprünglichen Zielsetzungen besser erfüllen. Dabei sind folgende Lösungsansätze denkbar: Ein Gesamtverkehrskonzept, eine Kantonsstrassen-Netzstrategie oder die Verwendung von bereits erarbeiteten baulichen Elementen aus den bisherigen Arbeiten.