Auf den Spuren römischer Verbrechen
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Neue Sonderausstellung im Vindonissa-Museum Brugg
Obwohl die Römer vor 2000 Jahren dem mächtigsten Reich angehörten, konnten sie sich nicht sicher fühlen. Verbrechen aller Art gehörten zum Alltag. Das Vindonissa-Museum bietet mit der neuen Sonderausstellung "Gefährliches Pflaster – Kriminalität im Römischen Reich" vom 2. November 2012 bis 3. März 2013 einen Einblick in dieses düstere Kapitel.
Die internationale Sonderausstellung "Gefährliches Pflaster – Kriminalität im Römischen Reich" ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern erstmals einen Einblick in die kriminellen Machenschaften, die das Leben der Römer unsicher machten. Vom 2. November 2012 bis 3. März 2013 zeigt das Vindonissa-Museum Brugg archäologische Funde und antike Textquellen zu Verbrechen, Strafverfolgung und Rechtsprechung im Römischen Reich. Die Ausstellung entstand durch die internationale Zusammenarbeit mit verschiedenen Museumspartnern.
Römische Welt der Kriminalität
Die römische Bevölkerung lebte in täglicher Bedrohung durch kriminelle Machenschaften aller Art. Betrügereien, Einbrüche oder Mord und Totschlag waren keine Seltenheit. Hilfesuchende waren meist auf sich allein gestellt, da der Arm des Gesetzes extrem kurz war. Eine Polizei im heutigen Sinne existierte nicht. Knochen von Hingerichteten, Handschellen und Falschmünzerförmchen sind Zeugen dieser unsicheren Epoche. Belege für den damit verbundenen Wunsch nach Sicherheit liefern Schlüssel aus Augst BL, ein Fenstergitter aus Hölstein BL oder die Überreste eines 2000 Jahre alten Wachhundes aus Ennetbaden AG.
Dem Übeltäter drohten harte Strafen
Hilflose Opfer griffen oft zu Selbstjustiz und okkulten Praktiken. Noch heute sind auf kleinen Fluchtäfelchen Verwünschungen zu lesen, welche Täter bestrafen und das erlittene Unrecht sühnen sollten. Konnte ein Krimineller dennoch gefasst werden, durfte er weder auf Gerechtigkeit noch auf Milde hoffen. Das römische Recht verfügte über einen umfangreichen Strafenkatalog. Zwangsarbeit, harte Körperstrafen oder Exil wurden gerne verhängt. Auf Falschmünzerei stand gar die Todesstrafe. Die grausamen Exempel sollten Verbrecher abschrecken – mit mässigem Erfolg.
Rahmenprogramm mit kriminell gutem Charakter
Zwischen November 2012 und März 2013 vertiefen verschiedene Veranstaltungen das Thema "Kriminalität" und schaffen Bezüge zur Gegenwart. Während einer Nachtführung können die Besucherinnen und Besucher das "Gefährliche Pflaster" im Licht der Taschenlampe von einer neuen Seite entdecken. Eine abendliche Krimilesung verbindet die antiken Verbrechen der Sonderausstellung mit Kriminalgeschichten aus der Gegenwart. Für Kinder werden zudem Workshops angeboten, die das antike Verbrechen genauer unter die Lupe nehmen. Das detaillierte Rahmenprogramm ist unter abrufbar.