Anteil an unveränderten Wahllisten ist gestiegen
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Detailergebnisse der Grossratswahlen vom 21. Oktober 2012
Für die Grossratswahlen 2012 liegt eine umfangreiche statistische Auswertung vor. Neben Partei- und Kandidatenstimmen gibt die Publikation einen tieferen Einblick in das Wählerverhalten, indem die unveränderten und vor allem die veränderten Wahlzettel analysiert werden.
Die Wählenden können die vorgedruckten Wahllisten durch Kumulieren und Panaschieren verändern. Gegenüber den Grossratswahlen von 2009 ist der Anteil an unveränderten Wahllisten 2012 nochmals deutlich gestiegen. Lag er bei den letzten Wahlen noch bei 33,8 Prozent, so betrug er in diesem Jahr im Durchschnitt 37,4 Prozent. Bei SVP und Grünen lag der Anteil sogar über 40 Prozent. Einzig bei der CVP, der BDP und der EDU war er deutlich kleiner.
SVP gibt am wenigsten Stimmen ab
Im Kanton Aargau wird seit 2005 nach dem Kandidatenstimmenproporz gewählt, das heisst jede für eine Kandidatin oder einen Kandidaten abgegebene Stimme zählt auch für die Parteiliste. Deswegen hat das Panaschieren (Aufführen einer Kandidatin oder eines Kandidaten einer fremden Liste) einen direkten Einfluss auf die Sitzverteilung und der Anteil von unveränderten Wahlzetteln ist für die Parteien von grossem Interesse. Während die SVP nur 8,5 Prozent ihrer Kandidatenstimmen von fremden Listen erhalten hat, lag dieser Anteil bei der SP bei 17,2 Prozent, bei der FDP und der EDU zwischen 20 und 25 Prozent, bei der CVP, der EVP, der GLP und der EDU zwischen 25 und 30 Prozent. Die BDP erzielte einen Wert von 31 Prozent und die Grünen einen solchen von 35 Prozent.
Umgekehrt gaben Wählerinnen und Wähler der BDP 35 Prozent ihrer Stimmen an parteifremde Kandidatinnen und Kandidaten ab; insbesondere an Kandidierende aus der FDP, CVP und SVP. Bei der GLP betrug der Anteil der abgegebenen parteifremden Stimmen 19 Prozent. Bei SP, CVP, FDP, Grünen und EVP lag der entsprechende Anteil zwischen 10 und 15 Prozent und bei der SVP nur gerade bei 7 Prozent.
Bilanz der Panaschierstimmen
Panaschierstimmen weisen zwar nicht auf die Parteistärke hin, sind aber ein Indiz der überparteilichen Attraktivität einzelner Kandidierender. Hinsichtlich der Panaschierstimmen sind die Gewinner die Grünen. Sie haben rund 31'700 Stimmen mehr von fremden Wahlzetteln erhalten, als sie Stimmen von ihren Wahlzetteln an fremde Kandidierende abgeben mussten. Dies entspricht einer Quote von 35,6 Prozent bezogen auf die Kandidatenstimmen von eigenen Listen. Ebenfalls eine Quote von über 20 Prozent weisen die CVP (20,5 Prozent), die EVP (26,6 Prozent) und die SD (56,1 Prozent) auf. Deutlich darunter liegen die GLP (12,6 Prozent), die SP (7,1 Prozent) und die SVP (1,8 Prozent). Netto betrachtet weisen nur die BDP und die Piratenpartei eine negative Bilanz bei den Panaschierstimmen auf.