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Anhörung Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II :
Der Kanton legt Pläne zur Entwicklung der Berufsfach- und Mittelschulen vor

Der Regierungsrat will auch in Zukunft gute Rahmenbedingungen schaffen für eine attraktive berufliche Grund- und Mittelschulbildung. Nach einer sorgfältigen Analyse des Status quo schlägt er mit dem Standort- und Raumkonzept für die Sekundarstufe II Verbesserungen vor. Er gibt drei Varianten für den Berufsbildungsbereich sowie eine moderate Reorganisation bei den Mittelschulen in die Anhörung.

Mit STABILO wurde im Jahr 2001 letztmals ein Standortkonzept für die Berufsfachschulen beschlossen. Seither hat sich die Berufsbildungslandschaft stark verändert und mit ihr die Auslastungen der Berufsfachschulen.

Drei Hauptziele für das neue Konzept

Das nun vorgelegte neue Standort- und Raumkonzept umfasst die gesamte Sekundarstufe II, also die Berufsbildung und die Mittelschulen. Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung der einzelnen Schulen und ihrer Angebote stieg der Raumbedarf vor allem bei den Aargauer Tagesmittelschulen in den letzten Jahren deutlich an. Diese sind mit Ausnahme von Zofingen sehr gut ausgelastet. An den zwei kantonalen und zwölf nicht kantonalen Berufsfachschulen entwickelte sich der Raumbedarf unterschiedlich, wobei insgesamt Raumreserven bestehen.

Das neue Standort- und Raumkonzept für die Sekundarstufe II hat zum Ziel, über die nächsten 15 Jahre eine gleichmässigere und insgesamt höhere Auslastung des Schulraums zu erreichen. Zudem sieht es vor, die Berufe so auf die Berufsfachschulen zu verteilen, dass noch konsequenter Kompetenzzentren gebildet werden können. Gleichzeitig soll auch den Bedürfnissen der Regionen Rechnung getragen werden.

Getrennte Lösungen für Mittel- und Berufsfachschulen

Im Rahmen der Erarbeitung des Konzepts beschloss der Regierungsrat aus bildungssystematischen und pädagogischen Überlegungen, die Wirtschaftsmittelschule (WMS) und die Informatikmittelschule (IMS) an den Mittelschulen zu belassen und die räumliche Belastung unter den Mittelschulen auszugleichen. Eine Verschiebung in Schulraum der Berufsbildung erwies sich als wenig zielführend. Zur Entlastung der Alten Kantonsschule Aarau sieht das Standort- und Raumkonzept deshalb die Verschiebung der WMS an die Kantonsschule Zofingen und die Konzentration der IMS an der Kantonsschule Baden vor. Damit würde insbesondere die Kantonsschule Zofingen gestärkt. Sie würde die geforderte Mindestzahl von 500 Schülerinnen und Schülern erreichen, was der Unterrichts- und Schulentwicklung förderlich ist.

Drei Varianten für den Berufsbildungsbereich

Im Berufsbildungsbereich legt der Regierungsrat drei Varianten vor, mit welchen er die angestrebten Ziele (höhere Auslastung, Förderung von Kompetenzzentren, Berücksichtigung der Interessen der Regionen) erreichen will. Die konsequente Bildung von Kompetenzzentren führt im KV-Bereich zu einer Reduktion von gegenwärtig sieben auf höchstens vier Standorte. Im gewerblich-industriellen und im Gesundheitsbereich wird angestrebt, ähnliche Berufe zu bündeln und möglichst einem einzigen Standort zuzuweisen. In allen drei Varianten folgt daraus, dass vorhandener Schulraum nicht mehr genutzt würde.

Fünf Schulen je nach Variante besonders betroffen

Fünf Schulen sind in unterschiedlicher Ausprägung stärker betroffen. Sie werden je nach Variante ihren heutigen Auftrag oder Teile davon verlieren. Das gilt für das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg, das Berufsbildungszentrum Fricktal in Rheinfelden, das Berufsbildungszentrum Freiamt in Wohlen und das KV Lenzburg Reinach.

Im Berufsbildungszentrum Niederlenz soll in Zukunft in allen Varianten nur noch die praktische Ausbildung stattfinden. Der schulische Teil wird dem künftigen Kompetenzzentrum für grüne Berufe zugewiesen.

Der Regierungsrat ist der Ansicht, dass es wirkungsvolle Änderungen braucht, um die Berufsfachschulen besser auf die Entwicklungen im Berufsbildungsbereich vorzubereiten. Auch die ökonomische Effizienzsteigerung, also eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen Kosten und Nutzen durch die Erhöhung der Auslastung, ist ihm von grosser Wichtigkeit. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass jede dieser Varianten eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Status quo bringen wird. Die Sekundarstufe II wäre für die Entwicklungen der nächsten 15 Jahren gut gerüstet.

Die öffentliche Anhörung dauert vom 19. Juni 2015 bis zum 30. September 2015, die Unterlagen können unter Laufende Anhörungen heruntergeladen werden.

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