Amphibienschutz auf der Baustelle Zubringer A3-A98
:
Ökologische Baubegleitung ist erfolgreich
Grossbaustellen wie beim Autobahnzubringer A3-A98 in Rheinfelden bieten für Amphibien-Pionierarten oft hervorragende Lebensbedingungen. Dank Ersatzbiotopen und der Evakuation von Tieren und Laich konnte in Rheinfelden eine ganze Generation verschiedener Amphibienarten gerettet werden.
Auf der Baustelle des Autobahnzubringers A3-A98, westlich von Rheinfelden, sind neben verschiedenen Bauunternehmen auch Biologen und Biologinnen beschäftigt. Sie sorgen mit einer ökologischen Baubegleitung für den Schutz und die Entwicklung von empfindlichen Pflanzen und Tieren. Schon vor Baubeginn war das Vorhandensein der in der Region gefährdeten Amphibien-Pionierarten wie Kreuzkröten und Gelbbauchunken im Umfeld der Baustelle bekannt. Ob und wie schnell sie auch die Baustelle besiedeln würden, sollte sich im ersten Baujahr zeigen.
Baustelle als attraktiver Lebensraum
Schon bald im Frühling hatten sich verschiedene Amphibienarten in den auf Baustellen unvermeidlichen Wasserstellen angesiedelt. Darunter auch wieder die Kreuzkröte und Gelbbauchunke. Eine Baustelle bietet diesen Arten den Lebensraum, den sie seit der Begradigung und Eindämmung der Flüsse im letzten Jahrhundert verloren haben. Dort können die Laichgewässer und Tagesverstecke aber auch zur Falle werden. Deshalb evakuierten die Biologen Amphibien und Laich aus der Baustelle und verlegten diese in eigens erstellte Ersatzgewässer. Um eine Rückkehr der Tiere auf die Baustelle zu verhindern, umgaben die Fachleute die Ersatzgewässer mit einem Amphibienschutzzaun. Insgesamt konnten so fünf Amphibienarten (Erdkröte, Kreuzkröte, Gelbbauchunke, Berg- und Fadenmolch) erfolgreich von der Baustelle evakuiert werden. Die kürzlich gezählten Individuenzahlen entsprechen mittleren bis grossen Populationen.
Ökologische Baubegleitung seit ein paar Jahren
Mit dem Umweltschutzgesetz und der Umweltverträglichkeitsprüfung hat sich auf Grossbaustellen das Bewusstsein für die Umwelt verändert. Waren es am Anfang vor allem Boden, Wasser und Luft, auf deren Schutz bei grossen Bauprojekten geachtet wurde, treten heute die ökologischen Zusammenhänge und die Rücksichtnahme auf Pflanzen und Tiere immer mehr in den Vordergrund. Die Einführung einer ökologischen Baubegleitung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.
Begleitgruppe aus Naturschutzorganisationen
Zur Kontaktpflege zwischen dem Baudepartement als Bauherr und den Naturschutzorganisationen wurde eine Begleitgruppe mit Mitgliedern aus verschiedenen Natur- und Vogelschutzvereinen und den Naturschutzkommissionen der Gemeinden Rheinfelden und Kaiseraugst gebildet. Die ökologische Baubegleitung informiert über die Naturschutzmassnahmen auf der Baustelle und nimmt Anregungen und Bedenken der Begleitgruppe entgegen. Nach den Erfahrungen im ersten Jahr werden die Biologen zusammen mit der Begleitgruppe einen Massnahmenplan für das nächste Jahr erstellen.