Aktion gegen Einbruch, Diebstahl und Gewalt
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Kantonspolizei startet Präventionskampagne "Crime Stop"
Im Herbst und Winter haben Kriminelle Hochsaison. Die Kantonspolizei Aargau beugt mit der Aktion "Crime Stop" vor: Mit Plakaten, Werbespots in Radio und TV und einer Broschüre mit praktischen Tipps wird die Bevölkerung zur Wachsamkeit aufgerufen.
Die wirksamste und kostengünstigste Verbrechensbekämpfung liege darin, Gesetzesverletzungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit diesen Worten eröffnete am Donnerstag in Aarau der scheidende Vorsteher des Departementes des Innern, Regierungsrat Silvio Bircher, die Präventionskampagne "Crime Stop" der Kantonspolizei gegen Einbruch, Diebstahl und Gewalt, mit welcher die Bevölkerung des Aargaus für Fragen der persönlichen Sicherheit sensibilisiert werden soll.
Beim Schutz des persönlichen Eigentums liege trotz permanenter Aufklärungsarbeit der Polizei "noch einiges Potential brach", erklärte der Vorsteher des Departementes des Innern. Oberster Grundsatz sei, dass die Menschen mehr Verantwortung für ihr Eigentum, aber auch für das Eigentum des Nachbarn übernähmen. Dabei gehe es weder um Bürgerwehren noch um Denunziantentum, sondern um Information und Absprachen. Silvio Bircher: "Helfen sich die Nachbarn gegenseitig aus, bringt dies eine Entlastung für die Kantonspolizei, die ihre Kräfte vermehrt auf die Bekämpfung der Gewaltkriminalität konzentrieren kann." Silvio Bircher hielt ferner fest, dass der überproportionale Ausländeranteil in der Vermögenskriminalität in erster Linie auf Banden zurückzuführen sei, die aus dem Ausland einreisen. Diese vergleichsweise wenigen Delinquenten schadeten dem grossen Anteil der Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz, die sich korrekt verhielten.
Opfer sind arglos
Leider gelinge es Tätern immer wieder, auf einfache Weise Delikte zu begehen, weil die Opfer die Risiken nicht sähen oder sie unterschätzten, erklärte Polizeikommandant Léon Borer. Erschreckend sei insbesondere die Zunahme der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser um mehr als 40 Prozent im Zeitraum 1996-97. Die Kantonspolizei reagierte mit der - vorerst korpsinternen - Aktion "Crime Stop": Unter anderem verstärkte sie ihre Präsenz an neuralgischen Punkten und führte wirksamere Grenzkontrollen durch. Der Erfolg ist ausgewiesen: Von Ende Februar bis Ende Juni 1998 wurden unter anderem 13 Mal Waffen oder Munition sichergestellt und 167 Kriminelle in ihr Heimatland ausgeschafft. Bis Ende Sommer fanden 20 Prozent weniger Einbrüche statt als im Vorjahr.
Taxcard für Fahndungshinweis
Im Hinblick auf die übliche Einbruchswelle vor Weihnachten wird jetzt als zweiter Schritt auch die Bevölkerung einbezogen: Mit Plakaten zu den drei Themen "Einbruch", "Diebstahl", "Gewalt", mit Radio- und TV-Spots, mit Klebern sowie mit einer Sicherheitsbroschüre, die am 9. November in jeden Haushalt im Kanton verteilt wird. Erfolgreiche Fahndungshinweise werden symbolisch mit einer 5-Franken-Taxcard belohnt. Wer dennoch Opfer eines Einbruchs wird, kann auf intensive Betreuung durch die Polizei zählen - "um Wiederholungen der gleichen oder einer ähnlichen Straftat möglichst zu erschweren, aber auch, um das verletzte Sicherheitsgefühl wieder zu verstärken", wie Polizeikommandant Léon Borer ausführte.
Ziel der Aktion: Die Bevölkerung soll sich bewusster mit dem Thema "Sicherheit" auseinandersetzen, Schwachstellen erkennen und aktive Massnahmen ergreifen, beispielsweise die Installation von einbruchssicheren Türen und Fenstern. Wichtig ist auch, dass verdächtige Feststellungen sofort via Notruf 117 der Polizei gemeldet werden. "Die Bevölkerung soll wissen, dass sie sich jederzeit mit Fragen an die Polizei wenden darf. Wir nehmen diese Beratungsfunktion gerne wahr", unterstrich der Polizeikommandant. Sicherheitstipps gibt's bei der Polizeilichen Beratungsstelle (062 835 82 26). Schriftliche Sicherheitsratgeber können via Internet (www.ag.ch/kantonspolizei) oder unter folgender Adresse bestellt werden: Kantonspolizei Aargau, "Crime Stop", Tellistrasse 85, 5004 Aarau.