Abfalltransporte per Bahn sind ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich tragbar
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Erste Ergebnisse zeigen erstaunliche Einsparpotentiale
Eine Machbarkeitsstudie, die im Auftrag des Kantons Aargau erarbeitet wird, zeigt, dass bei Abfalltransporten sowohl bei den Luft-Emissionen, verursacht durch die Strassenkilometer, als auch bei den Kosten ein erhebliches Einsparpotential besteht. Voraussetzung ist aber, dass die Transportlogistik konzeptionell neu strukturiert werden muss.
Die überregionale Zusammenarbeit in der Kehrichtentsorgung führt heute dazu, dass Abfälle über grössere Distanzen transportiert werden müssen. Der Gesetzgeber schreibt dabei vor, diese überregionale Abfalltransporte per Bahn abzuwickeln, wenn die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen und die Umwelt weniger belastet wird als durch Strassentransporte.
Der Kanton Aargau lässt deshalb zur Zeit durch eine Machbarkeitsstudie abklären, welches Potential für Abfalltransporte mit der Bahn besteht. Die Resultate der ersten Etappe, bei der die überregionalen Transporte aus den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden zu den drei Kehrichtverbrennungsanlagen in Buchs, Oftringen und Turgi untersucht wurden, liegen jetzt vor.
Bestehende oder mögliche Kooperationspartner in der überregionalen Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau sind die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt, der Landkreis Waldshut, der Kanton Luzern, sowie die Kantone Ob- und Nidwalden. Von diesen ausserkantonalen Regionen haben die beiden Partner Basel-Landschaft/Basel-Stadt und der Landkreis Waldshut die Frage der Abfalltransporte bereits in einer eigenen Transportlogistik-Studie untersucht. Diese Ergebnisse werden in die Aargauer Studie integriert und mit den Partnern vervollständigt. Die Transporte von Ob- und Nidwalden wurden vorsorglich in die Machbarkeitsstudie eingeschlossen, obwohl zur Zeit noch keine Partnerschaft besteht. Neben dem Referenzzustand und dem optimierten Strassentransport wurde das neue integrale Entsorgungssystem (IES), das bereits im Kanton Thurgau angewendet wird, untersucht.
Die Ergebnisse zeigen ein erhebliches Kosteneinsparpotential und unter Kostenneutralität ein noch bedeutenderes Emissionsreduktionspotential.
Die Luft-Emissionen verhalten sich direkt proportional zu den gefahrenen Strassenkilometern. Im Referenzzustand, d.h. die bisherigen Kehrichttransporte auf der Strasse, werden rund 793'000 km für den Strassentransport von Kehricht benötigt. Mit einer optimierten Fahrzeugauslastung können die Strassenkilometer um 33% reduziert werden. Mit einem kombinierten Transport (Schiene/Strasse) beträgt die Reduktion der Strassenkilometer sogar 80%.
Im Referenzzustand betragen die Transportkosten pro Jahr 4.6 Mio. Franken. Bei einer optimierten Strassenvariante können die Kosten auf 3.1 Mio. Franken, resp, um 1.5 Mio. Franken (33%) gesenkt werden. Der Übergang zu einem kombinierten Transport (Schiene/Strasse) bringt gegenüber dem Ausgangszustand eine Senkung der Kosten um 29 % auf 3.3 Mio. Franken.
Die Resultate der Waldshuter Transportstudie zeigen klar, dass kombinierte Abfalltransporte Schiene/Strasse mit einem integralen Entsorgungssystem (IES) in den Aargau zur Zeit weder wirtschaftlich noch ökologisch interessant sind. Die Transporte müssten von Waldshut mit der Bahn über Basel in den Aargau erfolgen. Da die Deutsche Bahn die Abfalltransporte mit Dieselloks durchführen würde, wäre das ökologische Einsparpotential sehr gering und der Kostenaufwand wirtschaftlich nicht tragbar
. Der Landkreis Waldshut beabsichtigt aber eine Optimierung des Strassentransports durch einen Wechsel des Logistiksystems von den konventionellen Sammelfahrzeugen zu IES-Sammelfahrzeugen vorzunehmen. Dadurch wäre zu einem späteren Zeitpunkt, bei einer allfälligen Realisierung einer Containerumschlagstelle im Raum Koblenz ein Übergang zum kombinierten System von der Strasse auf die Schiene problemlos möglich.
Gestützt auf die erfreulichen Resultate der ersten Etappe, der Transporte in den Kanton Aargau, wird die zweite Etappe in Angriff genommen. Dabei soll das Einsparpotential der Kosten und der Luft-Emissionen auch für die Kehrichttransporte innerhalb des Kantons Aargau ermittelt werden. Gleichzeitig werden die Partner eingeladen, die durch die Studie gewonnenen Erkenntnisse entsprechend umzusetzen.