Aargauische Bauernhausforschung mit Buchvernissage abgeschlossen
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Bauernhausband über das Fricktal und den Berner Aargau erschienen
Nach dem ersten Band 1996 ist mit einem zweiten Band der Aargauer Teil der Reihe "Die Bauernhäuser der Schweiz" abgeschlossen worden. In Aarau wurde die Neuerscheinung an einer Buchvernissage in Anwesenheit von Regierungsrat Rainer Huber und Autor Pius Räber präsentiert.
Bildungs- und Kulturdirektor Rainer Huber äusserte sich erfreut über das Erscheinen des zweiten Aargauer Bauernhausbandes. Er zeigte in seiner Ansprache auf, dass in der Landwirtschaft ein frappanter Strukturwechsel stattgefunden hat: "Im Durchschnitt sind in den letzten zehn Jahren im Kanton Aargau rund 130 Landwirtschaftsbetriebe pro Jahr verschwunden." Gerade deshalb sei es wichtig, auch der kulturhistorischen Bedeutung der Bauernhäuser Anerkennung zu schenken.
Rainer Huber sprach allen am Forschungsprojekt beteiligten Personen, vor allem aber dem Autor dieses zweiten Bandes, Pius Räber, seinen Dank aus.
Pius Räber sieht den Sinn und Zweck der ländlichen Hausforschung unter anderem darin, ein grösseres Verständnis für die gebaute Umwelt zu gewinnen. "Nur eine vertiefte, stets wieder aktualisierte Kenntnis unseres Kulturgutes ermöglicht der Denkmalpflege, sich für eine gezielte und wirkungsvolle Erhaltung einzusetzen."
Anne-Marie Dubler, Vertreterin der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde (SGV) betonte, dass die Bauernhausforschung seit über 50 Jahren eine der wichtigen Unternehmungen der SGV darstelle. Die ersten beiden Bände der Reihe "Die Bauernhäuser der Schweiz" waren 1965/68 für den Kanton Graubünden erschienen.
Der zweite, an der Vernissage präsentierte Band der "Bauernhäuser des Kantons Aargau" beschreibt die Entwicklung des ländlichen Hausbaus im Fricktal und im "Berner Aargau". Er bildet damit die Ergänzung zum ersten, 1996 erschienen Band, der den östlichen Aargau (Freiamt und Grafschaft Baden) zum Thema hat.
In der Zielsetzung und im konzeptionellen Aufbau folgt das Buch weitgehend dem ersten Band. In einem ersten, thematischen Teil werden verschiedene Aspekte des Hausbaus wie Wand- und Dachkonstruktion, Tür- und Fenstergestaltung, Schmuckformen, innere Raumordnung und Ausstattung dargestellt. Der zweite, typologisch ausgerichtete Teil behandelt die wichtigsten Hausformen, mit dem Versuch, ihre Entwicklung und Verbreitung in einen geschichtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhang zu stellen. Im Zentrum der Betrachtungen steht das Strohdachhaus. Auch wenn es heute weitgehend aus unserer modernisierten Kulturlandschaft verschwunden ist, kommt ihm im historischen Kontext dennoch eine herausragende Bedeutung zu. Einen zweiten inhaltlichen Schwerpunkt bildet die "Versteinerung" der Hauslandschaft im Fricktal und am Jurasüdfuss. Diese hatte schon im 16. Jahrhundert eingesetzt, mit dem Aufkommen der stattlichen spätgotischen Mauerbauten.
Erhältlich ist der zweite Aargauer Bauernhaus-Band ab sofort im Buchhandel und unter www.hierundjetzt.ch