Aargauer Kunsthaus erhält eine Direktorin
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Madeleine Schuppli wechselt von Thun nach Aarau
Das Aargauer Kunsthaus Aarau steht ab 1. November 2007 neu unter der Leitung von Madeleine Schuppli. Die 41-jährige Kunsthistorikerin und heutige Leiterin des Kunstmuseums Thun wurde aus 40 Bewerberinnen und Bewerbern von einer Findungskommission einstimmig vorgeschlagen und von Regierungsrat Rainer Huber angestellt. Zum ersten Mal in seiner bald 50-jährigen Geschichte wird das Aargauer Kunsthaus von einer Frau geleitet.
Madeleine Schuppli leitet seit 2000 das Kunstmuseum Thun, das sie in kurzer Zeit zu einem national und international beachteten Ausstellungsort gemacht hat. Zuvor war sie Kuratorin an der Kunsthalle Basel. An den Universitäten von Genf, Hamburg und Zürich hat sie Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Kirchengeschichte studiert und mit einer Lizentiatsarbeit über Otto Dix abgeschlossen. Nachdem sie die Leitungsverantwortung in Thun übernommen hatte, absolvierte sie an der Universität Basel das erste Nachdiplomstudium für Kulturmanagement in der Schweiz.
Breit abgestützte Wahl
Für Regierungsrat Rainer Huber, der die neue Kunsthausdirektorin am Montag in Aarau den Medien vorstellte, steht Madeleine Schuppli für eine junge Generation von Führungspersönlichkeiten in der Kultur, die mit viel Kreativität, Sachverstand, Innovation und Ausstrahlung Kunst an ein unterschiedliches Zielpublikum vermitteln können. Gerade für das Aargauer Kunsthaus mit seinen Mehrfachfunktionen als national hoch angesehenes Kunstmuseum, regional wichtige Künstlerstätte und profilierter Vermittlungsort für ein junges und breites Publikum bringe Madeleine Schuppli ideale Voraussetzungen mit. Für eine hauptsächlich öffentlich finanzierte Kulturinstitution mit über 20 Vollzeitstellen werde eine hohe Führungskompetenz und Managementerfahrung als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Wahl wird vom Aargauischen Kunstverein, der für das Ausstellungsprogramm am Kunsthaus verantwortlich zeichnet, und von der Kunsthauskommission sehr begrüsst.
Förderung junger Kunst und thematische Gruppenausstellungen
Madeleine Schuppli will bezüglich der zeitgenössischen Kunst den Fokus insbesondere auf wichtige Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Kunst seit den 70er Jahren setzen, daneben aber auch internationale Positionen vermehrt ins Kunsthaus bringen. Ein besonderes Augenmerk will sie der jungen Szene widmen. So plant sie, einen Projektraum für Ausstellungen von Künstlerinnen und Künstlern, die am Anfang ihrer Karriere stehen, zur Verfügung zu stellen. Parallel dazu wird sie die Sammlung in wechselnden Ausstellungen präsentieren und Aspekte der Kunstgeschichte durch Einzelausstellungen mit prägenden historischen Künstlerpersönlichkeiten vorstellen. Ein besonderes Anliegen sind ihr Gruppenausstellungen zu nationalen und internationalen Themen mit Schwerpunkt zeitgenössischer Kunst. Eine erste solche grosse Ausstellung ist aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Aargauer Kunsthauses 2009 zum Thema des Erinnerns geplant. Madeleine Schuppli äusserte ausdrücklich ihre Hoffnung, mit den bisherigen Mitarbeitenden, welche Programm und Renommee des Kunsthauses stark mitprägten, weiterhin zusammenarbeiten zu können.
Findungskommission begutachtete 40 Bewerbungen
Eine achtköpfige Findungskommission aus Vertretern des Departements BKS, des Aargauischen Kunstvereins und der Kunsthauskommission sowie die Kunstexpertin Jacqueline Burckhardt, Zürich, tagte seit Anfang Januar acht Mal unter dem Vorsitz des Abteilungsleiters Hans Ulrich Glarner und führte zahlreiche Gespräche. Die 40 mehrheitlich sehr qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber aus der Schweiz und aus dem deutschsprachigen Ausland zeugen vom hohen Stellenwert, den das Aargauer Kunsthaus international geniesst. Die Direktionsstelle muss neu besetzt werden, weil der langjährige Kunsthausdirektor Beat Wismer die Leitung des Museums Kunstpalast in Düsseldorf übernimmt. Bis zum Stellenantritt von Madeleine Schuppli führt der stellvertretende Direktor Stephan Kunz das Aargauer Kunsthaus.