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Aargau unterstützt Ausbau der Nanowissenschaften an der Universität Basel :
Das Swiss Nano Center als Schweizer Innovationszentrum

Der Regierungsrat will die Innovationskraft des Hochschul- und Wirtschaftsraums Nordwestschweiz in einer für den Aargau wichtigen Zukunftstechnologie stärken. Im Rahmen seiner Wachstumsstrategie hat er mit der Universität Basel einen Vertrag über den Ausbau der Nanowissenschaften zum Swiss Nano Center abgeschlossen. Die Universität Basel ist bereits heute führend in diesem Gebiet. Dank des Einbezugs der FH Nordwestschweiz und des Paul Scherrer Instituts PSI soll der Anwendungsbezug deutlich erhöht werden. Der Vertrag steht unter dem Vorbehalt, dass der Grosse Rat den notwendigen Globalkredit bewilligt. Der Regierungsrat hat dem Grossen Rat eine entsprechende Botschaft unterbreitet.

Der Regierungsrat sieht vor, im Rahmen seiner Wachstumsstrategie die Universität Basel mit jährlich 5 Mio. Franken pro Jahr zu unterstützen. Dieser Beitrag soll gemäss dem mit der Universität abgeschlossenen Vertrag zweckgebunden für den Ausbau der Nanowissenschaften und Nanotechnologie zu einem gesamtschweizerischen Zentrum "Swiss Nano Center" eingesetzt werden. Die Universität Basel ist bereits heute die führende Schweizer Universität in diesem Bereich und leitet den entsprechenden nationalen Forschungsschwerpunkt. Ein wesentlicher Teil des Beitrags soll die Universität für anwendungsorientierte Projekte in Zusammenarbeit mit der FH Nordwestschweiz und dem Paul Scherrer Institut PSI verwenden. Auf diese Weise wird eine konzeptionell neuartige Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendungsbezug erreicht, die den Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft erheblich verstärken wird.

Wichtige Zukunftstechnologie für den Standort Aargau

Die auf den Nanowissenschaften basierende Nanotechnologie gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Im Unterschied zu herkömmlichen Miniaturisierungstechnologien werden mit der Nanotechnologie Dimensionen erreicht, in denen die Gesetzmässigkeiten der Physik, Chemie oder Biologie verschmelzen. Dadurch werden interdisziplinäre Entwicklungen möglich, die alle bisherigen Errungenschaften in den Schatten stellen. Durch die heute u.a. in der Schweiz entwickelten hochtechnologischen Werkzeuge (Spezialmikroskope) können Partikel bis zur atomaren Grösse gezielt manipuliert werden. Von den dadurch möglichen Entwicklungen sind fast alle denkbaren Industriezweige, insb. auch die Chemie, Medizin, Elektronik, Computertechnik, Optik und der Maschinenbau betroffen. Der Umsatz nanotechnologischer Produkte erreicht bereits heute weltweit einen zweistelligen Milliardenbetrag. Es wird erwartet, dass er sich in Zukunft vervielfacht.

Die Nanotechnologie ist auch für die Aargauer Wirtschaft mit ihrer starken Ausrichtung auf Kunststoff- und Materialtechnologie, Maschinenbau und Life Sciences von besonderem Interesse. Die Stärkung und der Ausbau der Nanotechnologie im Raum Nordwestschweiz unter starker Beteiligung der FH Nordwestschweiz und des PSI ist daher eine der wichtigsten Massnahmen des Regierungsrates zur Förderung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Aargau.

Die beiden Basel würdigen Aargauer Engagement

Das beabsichtigte Aargauer Engagement wird von den Kantonen Basel-Stadt als Träger der Universität und Basel-Landschaft als zukünftigem Mitträger der Universität begrüsst und unterstützt. Wie die beiden Regierungen betonen, soll das Engagement des Kantons Aargau auch bei allfälligen Verhandlungen zum Lastenausgleich im Rahmen des NFA berücksichtigt werden.

Unter Vorbehalt, dass der Grosse Rat zustimmt

Der Vertragsabschluss steht unter dem Vorbehalt, dass der Grosse Rat die entsprechenden Beiträge gewährt. Der Regierungsrat hat dem Grossen Rat eine entsprechende Botschaft zugeleitet. Voraussetzung für die Behandlung dieser Botschaft ist, dass der Grosse Rat im Rahmen seiner zur Zeit laufenden Behandlung des Aufgaben- und Finanzplans den dafür notwendigen sachlichen und finanziellen Spielraum lässt.

Dynamische Entwicklung des Hochschul- und Forschungsraums Nordwestschweiz

Im Hochschulraum Nordwestschweiz bestehen bereits heute starke Kompetenzen in Nanowissenschaften und Nanotechnologie. Die Universität Basel leitet als "leading house" den entsprechenden nationalen Forschungsschwerpunkt des Schweizerischen Nationalfonds. Die FH Aargau und das PSI haben zusammen das Institut für nanotechnologische Kunststoffanwendungen INKA gegründet und ihre Kompetenzen zusammengeführt. Mit dem neu vorgesehenen Engagement des Kantons Aargau ist jedoch ein Quantensprung möglich. Die bisherige Finanzierung der vorhandenen Kompetenzen ist weitgehend projektorientiert und erlaubt daher weder eine langfristige Planung noch die Schaffung von Professuren. Dank des Aargauer Beitrags soll nun ein nachhaltiger Aufbau erfolgen können, der namentlich die Berufung von hochkarätigen Fachleuten aus dem In- und Ausland und den Ausbau der Forschungsinfrastruktur beinhaltet. Konzeptionell neuartig ist zudem die vorgesehene enge Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendungsbezug. Denn ein wesentlicher Teil des Aargauer Beitrags wird für Projekte der Universität in Zusammenarbeit mit der FHNW und dem PSI verwendet. Auf diese Weise können die bestehenden Kompetenzen gebündelt, Lehre und Forschung ausgebaut und der Weg von der Grundlagenforschung zur Umsetzung in marktreife Produkte erheblich verkürzt werden.

Nachhaltige Wirkung

Zusammen mit dem sich ebenfalls im Aufbau befindlichen Zentrum für Biosysteme der ETH in Basel, dem vom ETH-Rat beschlossenen und vom Kanton Aargau unterstützten Competence Center for Energy am Paul Scherrer Institut PSI sowie mit dem in der FH Nordwestschweiz vorgesehenen neuen Fachbereich Life Sciences entsteht damit in der Nordwestschweiz ein viertes neues Zentrum in einer Zukunftstechnologie. Diese Investition kommt der Aargauer Wirtschaft, der Wirtschaft der gesamten Nordwestschweiz und schliesslich der gesamten Schweiz zu Gute.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport