8,5 Millionen Franken Swisslos-Gelder für Kultur
:
Breite Vielfalt an kulturellen und gemeinnützigen Projekten
Der Regierungsrat hat Beiträge und Defizitgarantien in der Höhe von 8'505'383 Franken aus dem Swisslos-Fonds bewilligt und unterstützt damit 58 gemeinnützige Vorhaben im Kulturbereich.
Im 2. Quartal 2016 sprach der Regierungsrat Swisslos-Fonds-Beiträge an mehrere kulturelle Grossprojekte im Kanton Aargau:
Für die Gesamterneuerung des Museums Burghalde beschloss der Regierungsrat einen Beitrag in der Höhe von 1,9 Millionen Franken. Damit wird die Neuinszenierung der Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt Lenzburg vom Neolithikum bis zur Industriegeschichte ermöglicht. Im Bereich der Archäologie wird die erfolgreiche und wichtige Vermittlungstätigkeit der Burghalde weitergeführt und durch eine neue und qualitativ hochwertige Präsentation der Ausstellungsfunde ergänzt.
Der Verein Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthal erhält für den Erwerb und die Restaurierung von 25 militärhistorischen Anlagen mit insgesamt 40 Objekten einen Beitrag von 660'000 Franken. Mit dem Kauf und der Restaurierung der militärhistorischen Anlagen wird ein Beitrag zur Erhaltung eines für die Schweiz bedeutenden historischen Denkmals geleistet.
Aktuellen gesellschaftlichen Fragen widmet sich das neue Ausstellungsprojekt "Heimat" des Stapferhaus Lenzburg. Für dieses Projekt mit nationaler Ausstrahlung erhält das Stapferhaus einen Beitrag in der Höhe von 1,66 Millionen Franken.
Mit der innovativen Vermittlung von klassischer Musik sowie der Bespielung aussergewöhnlicher Orte hat sich das argovia philharmonic fest in der aargauischen Kulturlandschaft etabliert. Das Symphonieorchester erhält für sein Saisonprogramm 2016/17 einen Beitrag in der Höhe von 1,065 Millionen Franken sowie eine Defizitgarantie von 100'000 Franken.
Seit 1927 ist die Inventarisierung der Kunstdenkmäler das wichtigste wissenschaftliche Grossprojekt im Bereich Denkmalpflege in der Schweiz. Zusammen mit der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte beteiligt sich auch der Kanton Aargau daran und hat bereits neun Bände publiziert. Der zehnte Band zum Bezirk Laufenburg wird im Juni 2017 abgeschlossen sein. Für die Erarbeitung des noch fehlenden Bezirks Zurzach wurden nun 1,982 Millionen Franken für den elften Band Teil I, "Der Bezirk Zurzach I. Aaretal, Surbtal, unteres Rheintal" gesprochen. Dieser wird bis Ende 2024 fertiggestellt.
Für den Ankauf von Kunstwerken des Schweizer Konzeptkünstlers John Armleder (*1948) für die Aargauer Kunstsammlung erhält der Aargauische Kunstverein / das Aargauer Kunsthaus einen Beitrag von 211'680 Franken aus dem Swisslos-Fonds.
Damit das kulturelle Angebot im Aargau die breite Bevölkerung vermehrt erreicht, plant die IG Kultur eine Neulancierung des Kulturmagazins Juli und erhält dafür aus dem Swisslos-Fonds 250'000 Franken für die dreijährige Startphase.
In Kooperation mit dem Staatsarchiv und dem Museum Aargau digitalisiert das Historische Seminar der Universität Zürich den Akten- und Urkundenbestand des Klosters Königsfelden von 1308 bis 1662 und trägt damit wesentlich zur Erforschung und Vermittlung der Aargauer Geschichte bei. Die digitalisierten Dokumente sind nach Abschluss des Projekts online und kostenfrei zugänglich. Der Regierungsrat sprach hierfür einen Beitrag von 185'000 Franken.
Kleine, aber gewichtige Projekte
Am 8. Juni beschloss der Regierungsrat Beiträge an weitere 50 Gesuche. In Brugg wird beispielsweise am 16. Oktober mit einer Führung, einem Podiumsgespräch, einem Liederabend und einem Chorwerk dem 180. Todestag des Brugger Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836) gedacht. Der Verein Pro Musikschule Lenzburg widmet sich ebenfalls einem älteren Werk, nämlich dem Stummfilm "Steamboat Bill, jr." mit Buster Keaton aus dem Jahr 1928. Eigens dafür wird eine neue Filmmusik komponiert und mit über hundert Mitwirkenden in Lenzburg live zum Film aufgeführt. Live on Air ist auch das Radio Kanal-K bei der Aufführung des Stücks "Liliom" des Theater Marie in der Alten Reithalle in Aarau – analog zu einem Fussballspiel wird das Stück in einer Doppelmoderation kommentiert und interpretiert. Beim Projekt "Sääli" wird Lotto gespielt: Die Theatergruppe Szenart aus Aarau inszeniert im Dezember in Altersheimen ein Lottospiel mit Seniorinnen und Senioren, greift mit theatralen Mitteln ins Spiel ein und testet damit die Grenzen des Spiels.
In verschiedenen Projekten geht es darum, Menschen zusammen zu bringen und den Austausch zu ermöglichen. So findet am 10. September in Laufenburg bereits die 12. Kulturnacht statt, die mit einem vielfältigen Programm das aargauische Laufenburg seiner durch den Rhein getrennten Schwesterstadt auf deutschem Boden näher bringt. Auch das "Erzähltal" führt die Menschen im See- und Wynental unter dem Motto "Bi de Lüüt" mit Autorenlesungen, Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen zusammen. In Lenzburg treffen sich während dreier Tage Lyrikerinnen und Lyriker aus dem Aargau und der gesamten deutschsprachigen Schweiz im Aargauer Literaturhaus Lenzburg beim Festival "Neonfische". Wie auch schon in der vorangegangenen Ausgabe stehen bei diesem Festival die Begegnungen und der vertiefte Austausch zwischen den Autoren selber und zwischen den Literaturschaffenden und dem Publikum im Zentrum. Internationale Poesie gibt es im kommenden Sommer erneut im Aargauer und Luzerner Seetal. Neu bietet der Seetaler Poesiesommer ein Nach- und Vorspiel, bei welchem in verschiedenen Ländern Europas Schweizer Literatur präsentiert wird, darunter in Irland, Norwegen und Spanien.
Im Rehmann-Museum in Laufenburg werden von Juni bis November Arbeiten von verschiedenen Schweizer Kunstschaffenden – Judith Albers, Sara Masüger und Beat Zoderer – den Werken des Künstlers Erwin Rehmann gegenübergestellt. Auch werden den Besucherinnen und Besuchern neue Werke Rehmanns präsentiert.
Seit bald 40 Jahren engagiert sich die Fricktaler Bühne im Bereich Operette und Musical. Im Oktober und November führt sie diese Tradition mit der Aufführung "My Fair Lady" weiter und erhält dafür einen Beitrag aus dem Swisslos-Fonds. Vom 2. bis 4. September wird in Aarau für eine gute Sache geprobt: Mit "Singen für einen guten Zweck" finden wildfremde Menschen zusammen, die im Vorfeld ein Gospelkonzert einstudieren, um dann die Kollekte aus dem finalen Konzert verschiedenen Hilfsprojekten zu spenden. Eine grosse Vielfalt bietet auch das Multikulti–Festival in Rheinfelden, das nach einer dreijährigen Pause wieder die Brücken zwischen den Kulturen schlägt.