48 Kulturprojekte erhalten Swisslos-Fonds-Beiträge
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Vielfältige Projekte aus allen Sparten
Der Regierungsrat fördert mit dieser Unterstützung ein vielfältiges kulturelles Leben im Kanton Aargau.
48 Kulturprojekte erhalten im 4. Quartal 2021 einen Beitrag oder eine Defizitgarantie aus dem Swisslos-Fonds. Nachfolgend ist eine Auswahl der unterstützten Kulturprojekte zu finden. Aufgrund der zeitlichen Überschneidung der Gesuchseingaben mit den Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus wurden in der Zwischenzeit einige der aufgelisteten Vorhaben möglicherweise abgesagt oder verschoben.
Förderung regionaler Newcomer
- Aargauer Jugendliche und junge Erwachsene, die ein Kulturprojekt planen, wissen, wo ihre erste Anlaufstelle im Kanton ist. Umsetzungschancen für die junge Kultur in all ihren Ausprägungsformen bietet das Förderungsangebot kulturdünger bereits seit über 30 Jahren. Das Ziel der Organisation ist es, junge Kunst- und Kulturschaffende zu fördern und sie bei der Vorbereitung und Verwirklichung ihrer innovativen künstlerischen Ideen zu unterstützen. Neben Projekteingaben, die viermal jährlich besprochen werden, werden auch individuelle Beratungen angeboten.
- In der Musikbranche wird der Ton von Männern angegeben. Laut Studien sind 85 Prozent aller Musikschaffenden in der Schweiz Männer. Der Verein Helvetiarockt versucht dies seit Jahren zu ändern. Das Nachwuchsförderprogramm Female* Music Lab Aargau bietet Einführungsworkshops in DJing, Schnuppern in Beatmaking und Songsketches, ein Songwriting Camp und vieles mehr für Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 10 bis 25 Jahren.
- Kids in Dance ist ein soziokulturelles Tanzprojekt für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren. Unter der professionellen choreografischen und pädagogischen Leitung treffen sie sich über Monate regelmässig zum Training und erarbeiten gemeinsam eine Tanzchoreografie, die anschliessend im Kurtheater Baden präsentiert wird. Das neue Projekt "Blau Bleu Blu" widmet sich einem abstrakten Thema: der Farbe Blau.
Nervenkitzel und Hochspannung
- In Brugg wird es im Frühling wieder gruselig. Das einzige spezialisierte Horrorfilm-Festival der Schweiz findet im April 2022 bereits zum zweiten Mal statt. Ein Grund, dem "Brugggore" einen Besuch abzustatten, besteht schon alleine darin, dass die Gäste diesmal über ihren Lieblingsfilm abstimmen dürfen. Der gruseligste Streifen bekommt einen speziellen Publikumspreis.
- Wer die Nähe des Todes in der Realität spüren möchte, darf das neue Theaterstück des Ausbruch-Theaters im Februar 2022 nicht verpassen. Als Bühne und Kulisse wird das Krematorium Liebenfels in Baden dienen. In Zusammenhang mit der aktuellen Situation und der pandemiebedingten Aktualität von Tod und Isolation wird die Inszenierung "À BIEN TOT" in der Abdankungshalle des Krematoriums gezeigt. Die Besucherinnen und Besucher sollen dabei einen einmaligen Einblick in die Abläufe zwischen Tod und Bestattung erhalten. Ergänzend dazu werden die Stimmen von Gefangenen miteinbezogen: Die Gefangenen sind täglich mit Einsamkeit und Isolation konfrontiert und teilen ihre Gedanken zu diesen Themen in Briefen mit.
Kantonsgeschichte entdecken
- In dem Aargauer Dorf Endingen gibt es keine einzige Kirche, dafür aber eine Synagoge aus dem 19. Jahrhundert. Bis 1866 durften Juden in der Schweiz nur hier und im Nachbarort Lengnau wohnen. Ein Themenweg zeigt Besucherinnen und Besuchern seit über zehn Jahren ein einzigartiges Stück Schweizer Geschichte. Im Frühjahr 2022 bekommt der "Jüdische Kulturweg Endingen-Lengnau" eine Ergänzung in Form eines Kulturführers. Die Publikation "Was Sie schon immer wissen wollten. Das Zusammenleben von Christen und Juden in den aargauischen Dörfern Endingen und Lengnau" orientiert sich am Kulturweg und informiert über die einzelnen historischen Orte des Surbtals und die heute noch intakten Gebäude. Gleichzeitig liefert der Kulturführer zusätzliche Informationen über das "nicht Sichtbare" wie Bräuche, Geschichte, Religion und Bildung. Er zeigt Parallelen zwischen jüdischen und christlichen Traditionen auf und stellt Bezüge zur Vergangenheit und Gegenwart her.
- Die Aargauer Kunstdenkmäler gehen online. Seit knapp 100 Jahren lässt die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte landesweit die Baukultur, Kunst und Geschichte wissenschaftlich erforschen. Das Ergebnis wird in der Buchreihe "Die Kunstdenkmäler der Schweiz" dargestellt. Nun wird die Reihe digitalisiert und ins Internet gestellt. Im Jahre 2022 werden die neusten Bände der Aargauer Kunstgeschichte online zugänglich (VI, VII, VIII, IX). Fünf weitere Bände über den Aargau werden im nächsten Schritt digitalisiert.
- Eine fotografische und zeichnerische Zeitreise durch 150 Jahre Turngeschichte der Schweiz bereiten das Historische Museum Baden und die Galerie Gluri Suter vor. Die Outdoor-Sonderausstellung "Salto Handstand Pyramide" wird anhand des umfangreichen historischen Fotobestands zum Thema Sport ausgearbeitet und am Aargauer Kantonalturnfest 2022 in Wettingen präsentiert. Der Gegenwartsbezug wird durch Zeichnungen von Urban Sketchers geschaffen, die das Kantonalturnfest in künstlerischer Weise vor Ort dokumentieren.
- Das wohl grösste Wasserrad Europas wird sich wieder drehen. Dafür kauft der Verein Kultur am Mühlebach das Grundstück mit der Mühle in unmittelbarer Nähe zum Schloss Böttstein ein, um damit gleich mehrere kulturhistorische Schätze für die Nachwelt zu retten. Das Wasserrad der Mühle Böttstein mit einem Durchmesser von zehn Metern wird wieder zum Laufen gebracht, die angrenzende Mühle und später auch die Bäckerei nebenan werden wieder in Betrieb genommen. Dabei sollen die historischen Schätze in einem überregionalen Kulturzentrum erlebbar werden.
Musikalischer Blick durch das Kaleidoskop
- Das Sinfonieorchester argovia philharmonic, das seit kurzem sein neues Zuhause in der Alten Reithalle erhielt, kann nun dem breiten Publikum sein volles Potenzial zeigen. In der Saison 2021/22 überrascht es mit einem facettenreichen Programm. Geplant sind Schwerpunkte für jeden Geschmack: Symphoniekonzerte, Kammerkonzerte, Gastkonzerte, Familienkonzerte sowie Musikvermittlung in Form von verschiedenen Ateliers und Workshops mit Kindern und Jugendlichen.
- Auch das Künstlerhaus Boswil hat in dieser Saison die neuen Räumlichkeiten eingeweiht. Die Kulturinstitution plant im Jahr 2022 wieder ein sehr spannendes Programm. So sind zum Beispiel die Boswiler Meisterkonzerte bereits seit über 20 Jahren eine bedeutende Marke für klassische Konzerte. Die Konzertreihe besticht durch höchstes Niveau in persönlichem, nahbarem Rahmen und der exzellenten Akustik. Das Programm 2022 folgt dem bewährten Mix aus Publikumslieblingen, internationalen Premieren in Boswil und Entdeckungen. Das Jugend-Sinfonieorchester des Kantons Aargau ist das kantonale Schwerpunktprojekt des Künstlerhauses Boswil im Bereich „Education“ – und gleichzeitig das kantonale Nachwuchs-Sinfonieorchester auf semiprofessionellem Niveau. Jährlich führt es zweimal bis zu 70 der begabtesten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Aargau und den angrenzenden Regionen im Alter von 16 bis 26 Jahren zusammen, um aussergewöhnliche Konzertprogramme mit renommierten Solistinnen und Solisten vorzubereiten.
- Wer sich für die Schweizer Klassik anderer Art interessiert, darf das 32. Nordwestschweizerische Jodlerfest in Bad Zurzach nicht verpassen. Im Juni 2022 stellen 1200 aktive Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen des Jodelns, Fahnenschwingens und Alphornblasens am Nordwestschweizerischen Jodlerfest ihr Können einem grossen Publikum unter Beweis. Das Organisationskomitee rechnet mit rund 25'000 Besucherinnen und Besuchern.