150 Seiten Menschliches und Tierisches
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Jahresbericht 2010 des Amts für Verbraucherschutz (AVS) ist erschienen
Von Wasabi über Blauzungenkrankheit bis Radon – auch in diesem Berichtsjahr ist die Palette der erfreulichen und unerfreulichen Ergebnisse der amtlichen Kontrollen in den Bereichen Lebensmittelkontrolle, Veterinärdienst und Chemiesicherheit breit – einige Kostproben.
Das AVS ist im Bereich der Lebensmittelkontrollen trendbewusst: Sowohl die Qualität des Fleisches vom Imbissstand als auch die Unbedenklichkeit von Fertigprodukten aus dem Automaten waren heuer im Visier des Lebensmittelinspektorats. Mit einer Beanstandungsquote von 11 Prozent bezeichnet das AVS die mikrobiologische Qualität der kontrollierten Fleischerzeugnisse wie Kebab und Hamburger vom Imbissstand insgesamt als "gut". Kaffee, Tee, Schokolade und Suppe aus Automaten sind "einwandfrei". Die zuvor entnommenen Proben wiesen aber zu rund 35 Prozent zu hohe Keimzahlen auf. Die Betreiber der Automaten haben allerdings umgehend auf die Testresultate reagiert.
Wasabi oder nur grün und scharf?
Wasabi ist in Mode. Die Zucht dieser Pflanze ist allerdings aufwendig und entsprechend teuer. Das Lebensmittelinspektorat ist heuer der Frage nachgegangen, ob gewisse mit "Wasabi" gekennzeichnete Produkte auch tatsächlich mit Wasabi aromatisiert sind. Rund 70 Prozent der Proben waren es nicht.
In höherem Masse mangelhaft waren die Proben von Permanent-Make-up Farben. Entweder wurden unerlaubte Farbstoffe entdeckt oder die Kennzeichnung war ungenügend. Die Kosmetikstudios an und für sich werden im Jahresbericht 2010 als "sehr gut geführt" bezeichnet.
Keine weiteren Blauzungenimpfungen
Im vergangenen Frühjahr hat der Veterinärdienst über 73'000 Tiere in mehr als 2000 Betrieben gegen die Blauzungenkrankheit geimpft. Der Seuchenzug sei nun dank der intensiven, EU-weiten Impfkampagne gestoppt, schreibt das Amt. In diesem Jahr wird nicht mehr obligatorisch geimpft.
2010 wurden 190 Beissvorfälle an Menschen davon 51 Kinder bei der Kantonstierärztin gemeldet. Die Bissverletzungen waren in der Regel von leichter Natur. In 23 Fällen wurde ein Verhaltenstest des Hundes angeordnet. Am häufigsten wurden dann Leinenpflicht und Maulkorb verfügt.
Radon sorgte für Schlagzeilen
Die grossflächigen Radonmessungen im Kanton Aargau haben 2010 einen überraschend hohen Sanierungsbedarf von Schulen und Kindergärten ergeben. In 48 Gebäuden in 38 Gemeinden wurde der Grenzwert von 1000 Bq/m3 der Strahlenschutzverordnung überschritten. Diese Räume sind inzwischen saniert.
Der Jahresbericht 2010 des AVS ist der letzte von Peter Grütter. Er hat die Amtsleitung per 1. November 2010 an Alda Breitenmoser übergeben und ist am 31. März 2011 pensioniert worden. Grütter hat die Entwicklung des AVS während 20 Jahren in leitender Position umfassend und nachhaltig geprägt.
Der Jahresbericht 2010 des Amts für Verbraucherschutz kann auf der Website Verbraucherschutz eingesehen werden.