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Oftringen: Einbruchsopfer wurde zum mutmasslichen Versicherungsbetrüger

Indem er der Versicherung einen viel höheren Deliktsbetrag angab, versuchte ein 29-jähriger Mann als Opfer eines Einbruchdiebstahls bei der Versicherung entsprechende Leistungen zu erwirken. Der Schwindel flog auf und der Mann muss sich nun wegen Versicherungsbetrugs verantworten.

Als er an einem Abend Ende Februar 2008 heimkehrte, musste der 29-jährige Italiener erkennen, dass sein Einfamilienhaus Ziel eines Einbruchdiebstahls geworden war. Die alarmierte Kantonspolizei rückte sofort zur Tatbestandsaufnahme aus. Den Polizisten gab der Geschädigte zu Protokoll, dass Gegenstände im Wert von rund 3'000 Franken fehlten.

Um etwas Abstand vom Vorfall zu erhalten, zog die Familie für einige Tage zu Verwandten. Danach meldete sich der Hauseigentümer wieder bei der Kantonspolizei und gab an, dass während seiner Abwesenheit sein Auto aus dem Unterstand gestohlen worden sei. Wie er erklärte, habe er bemerkt, dass beim Einbruchdiebstahl auch der Autoschlüssel gestohlen worden sei.

Zweifel an den Angaben des Hauseigentümers kamen auf, als dieser gegenüber der Versicherung einen Deliktsbetrag von rund 45'000 Franken geltend machte. Die Kantonspolizei leitete Ermittlungen ein, die Ende Juni 2008 zur Verhaftung des Mannes führten.

Gegenüber der Kantonspolizei gestand der Hauseigentümer, etliche Gegenstände als gestohlen gemeldet zu haben, die entweder nicht fehlten oder die er gar nie besessen hatte. Zudem gab der Mann zu, dass auch sein teurer Geländewagen nicht gestohlen worden war. Vielmehr musste er eingestehen, dass er das geleaste Auto durch zwei Landsleute hatte beiseite schaffen lassen, um den vermeintlichen Diebstahl ebenfalls der Versicherung anzumelden. Als Motiv nannte er finanzielle Schwierigkeiten.

Das Bezirksamt setzte den Hauseigentümer sowie einen der beiden Landsleute vorübergehend in Untersuchungshaft. Alle drei werden sich wegen Versicherungsbetrugs zu verantworten haben.

Die Kantonspolizei konnte das Auto in Süditalien lokalisieren. Dort ist es inzwischen sichergestellt worden.

Unabhängig von den Ermittlungen gegen den Hauseigentümer ist die Kantonspolizei bei der Klärung des Einbruchdiebstahls einen Schritt weiter gekommen. So weisen DNA-Spuren des Tatorts auf einen 12-jährigen Kroaten aus dem Elsass hin. Nach dem Knaben mit unbekanntem Aufenthalt wird gefahndet