Neuenhof: Tötungsdelikt - Opfer im Wald vergraben
Ein als vermisst gemeldeter 39-jähriger Schweizer wurde vergraben in einem Waldstück in Neuenhof tot aufgefunden. Täterschaft und Tatmotiv sind zur Zeit unbekannt.
Am 25. Januar 2007 wurde der 39-jährige in Leibstadt wohnhafte Marco Knecht von seiner Ehefrau bei der Kantonspolizei als seit dem 23. Januar 2007 vermisst gemeldet. Gemäss ihren Erkenntnissen habe er seinen Arbeitsplatz in Endingen um 12 Uhr verlassen und habe sich am Nachmittag noch in Neuenhof aufgehalten, von wo sich die Spur verliere. Ihre private Suche sei ohne Erfolg geblieben, weshalb sie sich an die Polizei wende. Für die Polizei bestand vorerst keine spezielle Verdachtslage, weshalb Marco Knecht als vermisst polizeilich zur Fahndung ausgeschrieben wurde.
Am 27. Januar 2007 meldete eine Drittperson den Fund eines blutigen Bademantels am Limmatufer in Neunhof, der dort bereits am 24. Januar erstmals gesichtet worden sei. Die Polizei fand dann nebst diesem Bademantel persönliche Sachen des Vermissten. Eine erste Suche an der Limmat und im Saunaclub Saturn in Neuenhof, wo der Knecht beteiligt war, verlief negativ.
Am 28. Januar wurde eine intensive polizeiliche Fahndung nach Marco Knecht ausgelöst, die sich über mehrere Tage erstreckte. So wurden spezielle Suchhunde eingesetzt, Suche am Limmatufer und der näheren Umgebung mit der Polizeischule, Suche in der Limmat mit Booten unter Einsatz von Polizeitauchern, Suche aus der Luft mit einem Helikopter, Befragung von Bezugspersonen, Suche im Saunaclub etc., leider alles ohne Erfolg. Gleichzeitig wurden umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen im gesamten Umfeld des Vermissten aufgenommen. Ein Verbrechen konnte nicht mehr ausgeschlossen werden, war aber nicht sicher.
Am Nachmittag, 21. Februar 2007, wurden dann in Neuenhof Gemeindearbeiter beim Reinigen des Grillplatzes im Waldgebiet Rüsler auf eine Stellle mit
frisch aufgeschüttetem Erdreich aufmerksam. Sie fanden dort Kleider und nahmen einen starken Verwesungsgeruch wahr. In der Folge verständigten sie die Kantonspolizei. Es bestätigte sich bald, dass hier eine Leiche vergraben war. Wegen einbrechender Dunkelheit wurde die Ausgrabung auf Donnerstag festgelegt und der Fundort während der Nacht durch die Kantonspolizei bewacht.
In sorgfältiger Arbeit wurde die Leiche am Donnerstag,
22. Februar, durch die Kantonspolizei in Anwesenheit der Untersuchungsbehörde und in Begleitung eines Vertreters des IRM Bern ausgegraben bzw. exhumiert. Es stellte sich heraus, dass es sich beim bekleideten Toten um den als vermisst gemeldeten Marco Knecht handelt. Gemäss all der Erkenntnisse ist er einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Im Vordergrund steht Tod durch Erschiessen. Zur Klärung der genauen Todesursache wurde durch das Bezirksamt eine Obduktion angeordnet und der Leichnam ins Institut für Rechtsmedizin nach Bern überführt.
Täterschaft und Tatmotiv sind unbekannt. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass das Verbrechen mit dem Saunaclub im Zusammenhang steht und somit ein Beziehungsdelikt in den Vordergrund rückt. In diesem Bereich laufen bei der Kantonspolizei intensive und umfangreiche Ermittlungen.