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Murgenthal: Nach halsbrecherischer Fahrweise festgenommen

Ein 21-jähriger Automobilist missbrauchte eine Hauptstrasse als Rennstrecke und flüchtete dabei mit massiv übersetzter Geschwindigkeit vor der Kantonspolizei. Diese konnte den mit Führerausweisentzug belegten Lenker nachträglich ermitteln. Das Bezirksamt nahm ihn und seinen 19-jährigen Mitfahrer vorübergehend in Untersuchungshaft.

Der graue Audi A3 fiel der Kantonspolizei bei einer Verkehrskontrolle am Freitagabend, 30. Juni 2006, auf, als er im "Boowald" mit quitschenden Reifen jenseits der Sicherheitslinie in Richtung St. Urban fuhr. Weil die beiden jungen Fahrzeuginsassen die unauffällig postierten Polizisten offensichtlich nicht bemerkt hatten, wendeten sie und fuhren auf gleiche Weise wieder bergwärts in Richtung Vordemwald.

Einer der Polizisten gab dem Fahrzeug ein Haltezeichen. Der bis dahin unbekannte Lenker fuhr jedoch unbeirrt auf den Polizisten los, wobei sich dieser mit einem Sprung zur Seite retten konnte. Sofort verständigte der Polizist eine weiter oben stehende Polizeipatrouille. Auch dieser gelang es nicht, den Audi anzuhalten. Sofort folgte die Patrouille diesem in Richtung Vordemwald. Auf dieser Ausserortsstrecke beschleunigte das Auto so stark, dass sich das zivile Polizeifahrzeug aus Sicherheitsgründen zurückfallen lassen musste. Wie der Lenker später selber einräumte, soll er dort eine Geschwindigkeit von über 200 km/h erreicht haben.

In Vordemwald führte die halsbrecherische Fahrweise des Audi-Lenkers beinahe zu einer Kollision mit einem anderen Personenwagen. In der Folge verloren die Polizisten den Audi aus den Augen.

Über das Kontrollschild konnte die Kantonspolizei den im Kanton Luzern wohnhaften Halter und folglich dessen Sohn als mutmasslichen Lenker ermitteln. Auf dem Polizeiposten stritt der 21-jährige Mann aus Serbien-Montenegro vorerst alles ab und bezichtigte einen 19-jährigen türkischen Kollegen, das Auto gelenkt zu haben. Das Bezirksamtes ordnete dessen Festnahme an und setzte folglich beide Personen in Untersuchungshaft.

Nach intensiven Abklärungen konnte die Kantonspolizei dem 21-jährigen Mann, der mit Führerausweisentzug belegt ist, die Verantwortung für die groben Verkehrsregelverletzungen nachweisen. Dabei zeigte sich, dass er und sein 19-jähriger Kollege gezielt nach Murgenthal gelangt waren, um dort rasant zu fahren. Beide hatten vor der Abfahrt zudem Marihuana geraucht. Sie wurden nach Abschluss der Ermittlungen aus der Haft entlassen.

Die kurvenreiche Bergstrecke im "Boowald" wird immer wieder als vermeintliche Rennstrecke missbraucht, was zu gefährlichen Situationen, Lärmbelästigung und Unfällen führt. Bei der Verkehrskontrolle vom Freitag verzeigte die Kantonspolizei mehrere Motorradlenker und Automobilisten wegen entsprechender Verkehrsdelikte.