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Buchs: Raubüberfall war eine Abrechnung (Nachtrag)

Nicht ganz den Tatsachen entsprochen hatte die Schilderung eines 22-jährigen Schweizers über einen Raubüberfall an einem Geldautomaten anfangs April 2008. Inzwischen hat die Kantonspolizei alle Beteiligten ermitteln und den Sachverhalt klären können.

Einen Tag nach der Tat hatte der 22-jährige Schweizer bei der Kantonspolizei Anzeige erstattet. Dort hatte er geschildert, dass er am Abend des 7. April 2008 den Geldautomaten einer Bank in Buchs aufgesucht habe. Danach seien unvermittelt zwei Unbekannte erschienen. Diese hätten Geld gefordert und ihn danach verprügelt. Der Mann hatte sich Prellungen zugezogen (siehe Medienmitteilung vom 9. April 2008).

Die vorhandene Beschreibung des Fluchtfahrzeuges und der mutmasslichen Täter lieferten der Kantonspolizei wichtige Ansätze für ihre Ermittlungen. Diese führten zu zwei Türken im Alter von 23 und 29 Jahren. Die Kantonspolizei verhaftete das in der Region wohnhafte Brüderpaar anfangs Juni 2008. Bei der folgenden Befragung gaben die beiden den Übergriff auf den jungen Schweizer zwar zu, schilderten den Ermittlern jedoch die Tatumstände ganz anders. Aufgrund dessen erliess das Bezirksamt Aarau auch gegen den Schweizer einen Haftbefehl. Die Kantonspolizei nahm ihn kurz darauf fest.

Inzwischen hat die Kantonspolizei die Hintergründe der Tat weitgehend klären können. Heute weiss die Kantonspolizei, dass der Schweizer einem der beiden Brüder im Frühling 2008 dessen Fahrrad entwendet hatte. Der Bestohlene, der den mutmasslichen Dieb damals flüchtig kannte, fand dessen Telefonnummer heraus und wollte sich das Fahrrad zurückholen. Weil er gehört hatte, dass dieser angeblich Rauschgift verkaufte, gab er bei ihm anonym eine Bestellung auf und verabretete sich bei der fraglichen Bankfiliale zur Übergabe. In Begleitung seines Bruders wartete der Türke dort auf den Schweizer, der auch prompt erschien. Folglich verprügelten ihn beide und raubten ihm 150 Franken Bargeld. Beide Brüder werden sich entsprechend strafrechtlich zu verantworten haben.

Der Schweizer will am fraglichen Abend keine Drogen auf sich getragen haben. Die Kantonspolizei hat jedoch Ermittlungen wegen Betäubungsmittelhandels gegen ihn eingeleitet.