Beinwil am See: Sattelschlepper machte sich selbständig
Aus noch ungeklärten Gründen geriet gestern Nachmittag ein stehendes Sattelmotorfahrzeug ins Rollen. Die Komposition blieb neben dem Bahngeleise stehen und blockierte den Bahnbetrieb während mehrerer Stunden. Verletzt wurde niemand.
Der 50-jährige slowenische Lenker des Sattelschleppers mit unbeladenem Anhänger wollte am Dienstag, 5. Juli 2011, um 15.30 Uhr nach Reinach fahren. Von Birrwil kommend wies ihn sein Navigationsgerät beim «Löwenplatz» in Beinwil am See korrekt nach rechts. Aufgrund von Bauarbeiten war dieser Weg jedoch kurz unterbrochen, weshalb er in Richtung Mosen weiterfuhr. Etwa hundert Meter weiter liess er sich durch das Navigationsgerät über den Bahnübergang in eine Nebenstrasse dirigieren. Als es für die schwere Komposition auf der immer schmaler werden Strasse bald kein Weiterkommen mehr gab, musste der Chauffeur mühsam wenden. Danach fuhr er in Richtung Bahnübergang zurück.
Wie der 50-Jährige später der Kantonspolizei erklärte, hätten beim Befahren der abfallenden Nebenstrasse plötzlich die Bremsen und die Kupplung versagt. Es gelang ihm, die Komposition mit der Handbremse zum Stillstand zu bringen. Er stieg aus und stieg hinter die Kabine, um die Bremsschläuche zu kontrollieren. In diesem Moment rollte die Komposition an. Der Chauffeur konnte sich durch einen Sprung in letzter Sekunde aus der Gefahrenzone retten. In der Folge rollte das Sattelmotorfahrzeug führerlos in Richtung Bahngeleise und wurde dort durch einen Masten der Fahrleitung gestoppt.
Der 50-Jährige blieb unverletzt. Am Sattelschlepper entstand beträchtlicher Sachschaden.
Noch ist unklar, weshalb sich die Komposition selbständig machen konnte. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hat eine technische Expertise angeordnet.
Durch das Ereignis wurde die Seetalbahn blockiert. Aufgrund der aufwändigen Bergung blieb die Strecke bis gegen Mitternacht gesperrt.