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Aargau: Kriminalität spürbar rückläufig - weniger Schwerverletzte auf Aargauer Strassen

Die Kantonspolizei verzeichnet für das vergangene Jahr einen spürbaren Rückgang der Kriminalität. In fast allen Bereichen nahm die Zahl registrierter Delikte ab oder blieb auf dem Niveau des Vorjahres. Im Strassenverkehr blieb die Zahl der Verkehrstoten stabil. Die Zahl der Schwerverletzten ging deutlich zurück.

Aargauer Kriminal- und Verkehrsstatistik 2009

«Auftrag erfüllt»

Zusammen mit der obersten Führung der Kantonspolizei Aargau zog Regierungsrat Dr. Urs Hofmann als Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres anlässlich einer Medienkonferenz Bilanz des vergangenen Jahres.

Neben anderen Schwerpunkten ging der Polizeidirektor in seinem Referat auf die Zunahme von Gewaltdelikten sowie der Gewalt an Sportanlässen ein. «Gewalt darf im Aargau keine Chance haben», betonte Urs Hofmann.

Abschliessend dankte Urs Hofmann den Korpsangehörigen für ihre grosse Einsatzbereitschaft rund um die Uhr. «Die Kantonspolizei hat ihren Auftrag gegenüber der Aargauer Bevölkerung erfüllt.»

Jugend und Gewalt als Schwerpunkt

In seinem Jahresrückblick wies Polizeikommandant Oberst Stephan Reinhardt vorab darauf hin, dass der Aargau 2009 von schlimmen Grossereignissen oder schweren Unwettern verschont blieb.

Noch mehr zu einer Kernaufgabe hat sich 2009 der Ordnungsdienst entwickelt. Von 42 Einsätzen - viele davon an Wochenenden - entfielen deren 20 allein auf Fussballspiele. Dazu erforderten Spontaneinsätze wie etwa die Kundgebungen linksautonomer Kreise grosse Polizeiaufgebote.

Im letzten Jahr wurden die Weichen gestellt, dass sich die Kantonspolizei zusammen mit den Kommunalpolizeien im Bereich Jugend und Gewalt stärker engagieren kann. «Ich bin überzeugt, dass unser Massnahmenpaket den gewünschten Erfolg bringen wird», sagte Oberst Stephan Reinhardt.

Schliesslich zeigte sich der Polizeikommandant beeindruckt von der hohen Einsatzbereitschaft und Motivation der Korpsangehörigen. «Dies sind die Garanten dafür, dass die Aargauer Bevölkerung nicht bloss auf die Hilfe von 'Kommissar Zufall' hoffen muss, sondern sich auf eine bürgernahe und professionelle Kantonspolizei verlassen kann», so Reinhardt.

Kriminalität rückläufig

Wie schon in den Vorjahren ging 2009 die Zahl polizeilich registrierter Delikte nach Strafgesetzbuch um fast 12 Prozent auf 25'931 zurück. Dabei verzeichnete die Kantonspolizei eine merkliche Abnahme der Raubdelikte, wobei Passanten, Tankstellen und Kioske die bevorzugten Opfer waren. Rund die Hälfte aller Delikte konnten geklärt werden.

Die Einbruchskriminalität war ebenfalls leicht rückläufig - 2009 wurden 2'659 Einbruchdiebstähle gezählt, davon 887 im Wohnbereich.

Stark gesunken ist die Zahl der Sexualdelikte. Die Aufklärungsquote bei den 47 Vergewaltigungen liegt bei 90 Prozent.

In seinem Referat stellte der Abteilungschef der Kriminalpolizei, Oberstleutnant Urs Winzenried, dagegen eine leichte Zunahme der Tötungsdelikte von neun auf zwölf fest. Davon waren fünf vollendete Delikte. Die Aufklärungsquote lag bei hohen 92 Prozent. Noch ist das Tötungsdelikt vom 22. November 2009 in Koblenz ungeklärt.

Geringfügig gestiegen ist die Zahl der Betäubungsmitteldelikte. Besonders im Bereich des organisierten Kokainhandels führte die Kantonspolizei sehr umfangreiche Ermittlungsverfahren gegen zahlreiche Personen aus Westafrika, darunter viele Asylbewerber.

Die Anzahl Brandstiftungen sank auf 46 Delikte mit einer Aufklärungsquote von 20 %. Nach intensiven Ermittlungen konnten zwei junge Männer gefasst werden, die in Aarau aus politischen Motiven mehrere Autos angezündet hatten.

Allgemein konnte die Kantonspolizei im letzten Jahr 8'134 Straftäter nach Strafgesetzbuch und Betäubungsmittelgesetz ermitteln; dies sind 1.4 Prozent mehr als 2008. Der Ausländeranteil beträgt 44 Prozent.

Zahl der Verkehrstoten weiterhin auf tiefem Niveau

Mit 20 lag die Zahl der Verkehrstoten 2009 nur knapp über dem historischen Tiefstwert von 19 des Vorjahres. Unter den Toten befanden sich zwei Kinder. Bei Unfällen auf Aargauer Strassen wurden 262 Personen schwer verletzt - noch nie lag diese Zahl so tief. 1'517 Personen wurden leicht verletzt.

Die Kantonspolizei erfasste insgesamt 2'848 Verkehrsunfälle, leicht mehr als 2008. Die Mehrheit davon ereignete sich innerorts. Hingegen geschahen die meisten tödlichen Unfälle im Ausserortsbereich.

Wie in den Vorjahren waren die Hauptursachen Missachten des Vortrittsrechts, Nichtanpassen der Geschwindigkeit und zu nahes Aufschliessen. Bei 273 Verkehrsunfällen war Alkohol im Spiel, bei 72 standen die Lenker unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten.

Major Rudolf Scherer, Abteilungschef der Mobilen Einsatzpolizei, führt den deutlichen Rückgang schwerer Verkehrsunfälle massgeblich auf den verstärkten Kontrolldruck zurück. So zeigte die Kantonspolizei im letzten Jahr 4'419 schwere Verkehrsdelikte an, die zum Führerausweisentzug durch die Administrativbehörde führen. Darunter fallen 604 Lenkerinnen und Lenker, die alleine im Rahmen selektiver Lasermessungen aufgrund stark übersetzter Geschwindigkeit angehalten wurden.