Aargau: 15 mutmassliche Drogenhändler festgenommen
Die Kantonspolizei hat nach monatelangen Vorermittlungen 15 mutmassliche Kokainhändler verhaftet. Zudem hat sie rund 1.5 Kilogramm Kokain und 30'000 Franken Bargeld sichergestellt.
Aufgrund verschiedener Verdachtsmomente, wonach Personen aus Schwarzafrika im Aargau einen florierenden Handel mit Kokain betrieben, nahm die Kantonspolizei Aargau im Auftrag mehrerer Bezirksämter entsprechende Ermittlungen auf. Dabei arbeitete sie eng mit den Polizeikorps verschiedener anderer Kantone zusammen.
Seit anfangs Jahr ermittelte die Kantonspolizei intensiv und kam dadurch 15 mutmasslichen Kokainhändlern auf die Spur. Sie wurden nach und nach im Aargau sowie in anderen Kantonen festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt. Es handelt sich mehrheitlich um nigerianische Staatsangehörige, darunter auch mehrere Frauen. Die meisten leben unter dem sogenannten "NEE-Status" in der Schweiz. Das heisst, es handelt sich um ehemalige Asylbewerber, auf deren Asylgesuch der Bund nicht eintrat und welche die Schweiz daher verlassen müssten. Einige der Beteiligten sind mit Schweizerinnen verheiratet oder liiert und besitzen eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung.
Unter den Beschuldigten befinden sich einerseits sogenannte "Bodypacker", also Kuriere, die das Kokain im Körper von Spanien oder den Niederlande her in die Schweiz schmuggelten. Zum anderen verhaftete die Polizei Personen, welche die als Stützpunkte genutzten Asylbewerberunterkünfte belieferten. Im weiteren sind auch Männer in Haft, die das Kokain in den Unterkünften an Kleindealer - sogenannte "Kügelidealer" - weitergaben.
Die Kantonspolizei stellte im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen insgesamt rund 1.5 Kilogramm Kokain und 30'000 Franken Bargeld sicher. Heute ist bekannt, dass der Erlös aus den Drogengeschäften mehrheitlich nach Nigeria überwiesen wurde. Teilweise wurden damit auch Gebrauchtwagen gekauft, welche anschliessend ins Heimatland verschoben wurden.
Bei den Ermittlungen hat sich gezeigt, dass hauptsächlich die beiden Asyl-Notunterkünfte in Holderbank und Birr als Drehscheiben für den Kokain-Kleinhandel dienten. Zudem hat sich herausgestellt, dass die beteiligten Personen mit NEE-Status, welche offiziell keine heimatlichen Reisedokumente besitzen, rege nach Nigeria und von dort zurück in die Schweiz gereist sind. Offensichtlich benützten sie dabei Ausweisschriften, die sie vor den Behörden versteckt hielten. Teilweise bedienten sie sich auch fremder Pässe oder widerrechtlich erlangter EU-Aufenthaltsgenehmigungen.
Die bisherigen umfangreichen Ermittlungen haben neben dem zeitlichen und personellen Aufwand auch enorme Kosten verursacht. Für die Einvernahmen der Beteiligten sowie für sonstige Abklärungen musste die Kantonspolizei meist Dolmetscher verschiedener Sprachen beiziehen.
Alle 15 Personen befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft.